Blindgänger in SwisttalKampfmittelexperten entschärfen eine Bombe und sprengen drei

Die Kampfmittelräumexperten Stefan Höreth (l.) und Christoph Wassenberg zeigten die entschärfte amerikanische Fliegerbombe.
Copyright: Meike Böschemeyer
Swisttal – Vier Fliegerbomben in unmittelbarer Nähe zueinander – das war selbst für Stefan Höreth und Christoph Wassenberg vom Kampfmittelräumdienst Nordrhein-Westfalen ein seltener Fund. Zwischen der B 56 und dem Ortseingang von Odendorf entdeckten sie bei einer bereits seit Freitag andauernden Überprüfung die Kampfmittel. „Eine wirklich große Überraschung war der Fund nicht, da hier zur Kriegszeiten ein Flugplatz war“, kommentierte Höreth die Menge an amerikanischen 50 Kilogramm-Bomben, die sie am Dienstag fanden. Eine konnten die Fachmänner entschärfen, die anderen drei mussten sie sprengen.
„Ein Fund von vier Bomben stellt für uns eine große Herausforderung dar. Unser Glück war es, dass sie mit ausreichendem Abstand zur Ortschaft gefunden wurden und wir nicht evakuieren mussten“, erklärte Denis Wagner, Leiter des Swisttaler Ordnungsamtes. Insgesamt waren bis zu 50 Einsatzkräfte des Ordnungsamtes Swisttal und Euskirchen im Einsatz, aber auch des Gemeinde-Bauhofs und der Freiwilligen Feuerwehr und Polizei.
Wagner und seine Kollegen hatten das mögliche Szenario eines Funds bereits am Montag einmal durchgespielt. Sie wussten vorab von der Bodenuntersuchung, die wegen geplanter Arbeiten stattfand. Dementsprechend verlief der Einsatz ruhig und koordiniert.
Die Freiwilligen Feuerwehrleute warnten die Anwohner mit Lautsprecherdurchsagen und an der Haustür. Die B 56 zwischen Essig und Kuchenheim und auch der Bendenweg waren ab 14.30 Uhr gesperrt.
Nachdem die Sprengstoffexperten Höreth und Wassenberg festgestellt hatten, dass sich nur eine der Bomben entschärfen ließ, musste schnell eine Lösung her. „Um vor dem Einbruch der Dunkelheit fertig zu werden, haben wir nur ein Loch gegraben und alle drei Bomben hineingelegt“, erklärte Stefan Höreth.
Anderthalb Meter tiefes Loch für Blindgänger
Das Loch grub Christoph Wassenberg auf dem Feld in der Nähe der Bundesstraße mit einem Bagger aus, der zur Sicherheit keine Fenster hat, die bei einer Fehlzündung zerplatzen könnten. Rund anderthalb Meter tief hob er den Erdboden aus, bevor sie die drei amerikanischen Weltkriegsbomben mit einer Sprengladung vorsichtig in das Loch legten. „Anschließend haben wir sie rund drei Meter hoch mit Erdreich bedeckt“, beschrieb Höreth. Danach brachten sich auch die Fachleute in Sicherheit.

Kampfmittel-Experte Christoph Wassenberg hob für die Bomben, die gesprengt werden mussten, auf dem Feld ein anderthalb Meter tiefes Loch aus.
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An der Absperrung am Ortsrand von Odendorf hatten sich derweil einige Passanten versammelt, die in der NINA-Warnapp die Meldung zur Bombensperrung gesehen hatten. Auch der stellvertretende Leiter des Swisttaler Bauhofs, Torsten Clemens, war gekommen. Etwas angespannt wartete er mit den Passanten auf den Knall – Zündung!
Erde spritzte 25 Meter hoch
„Die Explosion war deutlich zu hören, zu sehen und auch zu spüren“, berichtete Clemens. Dem lauten Knall folgte eine 25 Meter hohe Fontäne aus Erde, die in den Himmel stieß. Nur Augenblicke später flatterte die orangene Arbeitshose von Clemens, als die Druckwelle ihn am Ortsrand von Odendorf erreichte.

25 Meter Hoch spritzte die Erde bei der Sprengung.
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Für den Kampfmittelräumdienst war die kontrollierte Sprengung ein Erfolg. Höreth und Wassenberg sammelten die Reste der Fliegerbomben ein und gaben Entwarnung. Anschließend säuberten die Bauhofmitarbeiter die Fahrbahn des Bendenwegs und gaben die Straße gegen 19 Uhr wieder frei. (rom)
