Ivd-SpiegelIn Pulheim steigen die Preise besonders stark

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  • Um bis zu 20 Prozent haben sich Immobilien im Köln-Bonner Raum verteuert

Köln –  Die Situation auf dem NRW-Immobilienmarkt hat sich 2017 noch einmal deutlich verschärft. Das zeigt der Preisspiegel des Immobilienverbands IVD West, für den die Preise in 124 Städten verglichen wurden. Damit bestätigen sich frühere Einschätzungen anderer Makler. Die Verkaufspreise von neuen und bestehenden Wohnungen sowie Häusern stiegen demnach um vier bis acht Prozent - vor allem in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr. Insbesondere im Kölner Umland gab es teilweise massive Preisanstiege von bis zu 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Kaltmieten in NRW-Großstädten scheint hingegen der rasante Anstieg gestoppt: Hier stiegen die Mieten laut IVD nur um 2,8 Prozent.

Während sich der Preisauftrieb bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern in Köln etwas verlangsamt habe, gab es einen deutlichen Anstieg in Düsseldorf sowie in den Speckgürteln um Köln und Düsseldorf, sagte Frank Pönisch, Geschäftsführer von Greif & Contzen. "Auch Reihenhäuser weit weg vom Stadtzentrum sind für viele Familien unerschwinglich geworden", sagte Pönisch. Auch in Porz müsse man beispielsweise schon 680 000 Euro für ein Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Wohnfläche zahlen. "Anders als früher gibt es in NRW keine Region mehr, in der die Preise sinken."

Die Gründe: Die Bevölkerung in Städten wie Köln und Düsseldorf wächst. Arbeitnehmer finden hier attraktive Arbeitgeber, Studenten möchten nahe an der Uni wohnen. Es gibt immer mehr Single-Haushalte. Statt zu mieten wollen angesichts der niedrigen Zinsen auch immer mehr Menschen Eigentum erwerben. Zudem setzen Kapitalanleger auf Immobilien. Die Nachfrage steigt insgesamt, gleichzeitig werde wenig gebaut.

Extreme Preissprünge seien derzeit vor allem bei Eigentumswohnungen in Düsseldorf zu beobachten. In Köln sei mit 6100 Euro pro Quadratmeter in Neubauten - ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr - langsam eine "Sättigung" erreicht. Bei Bestandsbauten liegt der Wert in sehr guten Lagen bei 5600 Euro, in mittleren Lagen bei 3000. In Bonn sei die Entwicklung moderater mit null bis fünf Prozent plus.

Das Umland "profitiere" von der starken Entwicklung in Köln: In Pulheim etwa seien die Quadratmeterpreise für neue Eigentumswohnungen in sehr guter Lage binnen Jahresfrist um 20 Prozent auf 4000 Euro gestiegen. Vergleichsweise günstig sei es mit 1530 Euro in Erftstadt. Dort habe es binnen Jahresfrist aber auch einen Aufschlag von sechs Prozent gegeben.

Preise im Umland

Die Quadratmeterpreise für Neubau-Eigentumswohnungen

in sehr guten Lagen variieren auch im Kölner und Düsseldorfer Umland erheblich (Veränderung zum Vorjahr in Prozent):Bergheim: 1600 Euro (plus 5%)Bergisch Gladbach: 4200 (2%)Dormagen: 3800 (plus 6%)Erftstadt: 1530 (plus 6%)Euskirchen: 2550 (plus 2%)Leverkusen: 3300 (plus 3%)Pulheim: 4000 (plus 21%)Rösrath: 3300 (plus 10%)Sankt Augustin: 4200 (plus 2%)Troisdorf: 3250 (plus 5%)

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