Cirque du Soleil mit „Kooza“Anarchie der Clowns

Ob er will oder nicht, der Unschuldige (links) gerät in die Fänge des mächtigen Tricksers.
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Wenn der Magier Trickser zu Beginn von „Kooza“ aus der Box auf die Bühne springt, bleibt für sein Opfer, den kleinen, naiven Unschuldigen nichts mehr, wie es einmal war. Er wird hineingezogen in die verrückte Welt des mächtigen Tricksers. Und mit ihm das gesamte Publikum der neuen Cirque du Soleil-Show.
In dieser Welt verknoten sich asiatische Schlangenfrauen zu seltsamen Gebilden, Männer fliegen auf Stelzen mit Fünffachsaltos in die Höhe und Teufel springen wie im Wahnsinn auf einem rotierenden Todesrad umher. Als sei das noch nicht genug, tauchen auch immer wieder völlig ausgeflippte Clowns auf, die den armen Kleinen und das Publikum zu Narren halten.
Doch die neue Welt bedeutet nicht nur Angst und Gefahr, sondern auch Entfesselung und Glück. „Eine duale Welt aus Gut und Böse“, fasst Autor und Regisseur David Shriner zusammen. Denn „Kooza“ ist auch ein Stück über das Wesen des Zirkus. Alles, was ihn ausmacht in seiner ursprünglichsten Form, ist auf der Bühne zu sehen, komprimiert und explosiv – wie ein riesiger Schachtelteufel, der aus zu seiner kleinen Box herausplatzt. Diese Idee taucht auch im Namen auf: „Kooza“, stammt von „Koza“, das im Sanskrit so viel wie Kasten oder Schatz bedeutet,
Der Cirque du Soleil gastiert mit „Kooza“ vom 6. November bis zum 14. Dezember mit dem „Grand Chapiteau“ in Düsseldorf-Grafental, Metro Straße. Die Vorstellungen finden um 16/19 Uhr oder 19.30 Uhr statt.Preise: Je nach Sitzplatz zwischen 40 und 105 Euro. Tickets: www.cirquedusoleil.de/koozawww.eventim.de
„Mit der Show kehren wir ein Stück zum traditionellen Zirkus zurück“, sagt Heather Reilly, Company Managerin beim Cirque du Soleil. Denn die Show rückt auch die Akrobaten und vor allem die Clowns wieder stärker ins Rampenlicht als in früheren Produktionen. Shriner ist selbst ein berühmter Clown, der der Rolle große Kräfte zuschreibt: „Der Clown verwandelt unsere tiefsten Schwächen in etwas Komisches. Er ist außerdem ein Anarchist, weil er die Regeln bricht.“
Und das tut der Clown bei „Kooza“ so häufig er kann. Der Anführer der Narren ist der verrückte König, der selbst Clown-Hasser zum Lachen bringen kann.
Die fantastischen Kostüme von Marie-Chantale Vaillancourt, sowie Musik und Bühnenbild wurden auf das Credo „zurück zu den Wurzeln“ abgestimmt. „Kooza“ sei genau das Gegenteil von „Corteo“ , meint Reilly. Corteo war romantisch, opulent und verspielt. Nüchtern ist diese Cirque du Soleil-Show nicht, aber klassischer. Selbst die Technik zur Sicherung der Akrobaten wird von Hand gemacht und bleibt unverhüllt.
Was Reilly von „Kooza“ hält? Als ich es zum ersten Mal gesehen habe, habe ich nur gedacht: „Was ist das für eine verrückte Show?!“
