Gesundheitsprobleme durch AnabolikaErschreckende Ergebnisse bei Bodybuildern

Mindestens 38 Prozent aller Bodybuilder nehmen Anabolika.
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Köln – Natürlich ist es nur ein Vorurteil. Aber wer die Muskelberge etwa auf der Bühne einer Bodybuilding-Meisterschaft sieht, der hat fast zwangsläufig den Eindruck, dass dort neben den Muskeln eher wenig Intelligenz im Scheinwerferlicht steht. Es ist schwer, sich gegen dieses Vorurteil zu wehren.
Dabei sollte es eigentlich genau andersherum sein. Denn das, was die Männer und Frauen mit unglaublichem Ehrgeiz tun, ist Sport. Zwar nur das eher stupide Stemmen, Drücken und Ziehen von Gewichten – aber immerhin eine ausgeprägte, regelmäßige Art von Sport. Und man weiß längst: Sport nicht nur gut für die Muskeln, Sport ist auch gut für das Gehirn. Vermutlich durch die vermehrte Durchblutung des Hirns. Oder durch eine wie auch immer geartete Veränderung des Stoffwechsels. Oder des Immunsystems. Eigentlich müssten Sportler klüger sein. Warum sollte das ausgerechnet auf Bodybuilder nicht zutreffen?
Englische Forscher haben nun tatsächlich das Vorurteil „viel Muskeln, wenig Hirn“ kritisch unter die Lupe genommen. Sie haben Bodybuilder nach verschiedenen Hirnfunktionen befragt – vor allem im Bereich Gedächtnis. Und sie haben tatsächlich überzufällige Probleme festgestellt. Auf der Suche nach der Ursache fanden sie – und jetzt wird es unangenehm – einen entscheidenden Unterschied zu anderen Freizeitsportlern: Anabolika. In der Studie wird eine erschreckende Zahl zitiert. Man schätze, so heißt es, dass nicht weniger als 38 Prozent aller Bodybuilder Anabolika einnehmen! Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.
Herzjagen und Depressionen
Und die sind erheblich und gehen weit über etwaige Gedächtnisstörungen hinaus. So werden Anabolika für Hautveränderungen verantwortlich gemacht und für Herzjagen, für Nieren- und Leberschäden wie auch für verringerte Fruchtbarkeit. Übrigens auch für psychische Veränderungen wie Depressionen. Der Preis für mehr Muskeln und weniger Fett ist offenbar sehr hoch.
Und er hält noch eine Pointe bereit: Anabolika können massive Sexualstörungen hervorrufen – ausgerechnet bei Personen, deren Körper auf sexuelle Attraktivität getrimmt ist. Es ist natürlich mehr als verführerisch, den Weg zu einem muskulösen Körper durch Anabolika zu erleichtern oder überhaupt erst möglich zu machen. Aber der gesundheitliche Preis ist doch – wie auch bei Manipulationen mit dem Skalpell – einfach zu hoch.
