Gartenkalender und TippsWas im Oktober im Garten zutun ist

Gartenkalender Oktober
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Die Astern haben die Regie übernommen. Vor einem Monat waren es noch die Herbstanemonen, die das Bild bestimmten. Jetzt sind viele von ihnen bereits verblüht, und der Farbakzent in den Beeten hat sich ins Bläuliche verschoben. Einen leuchtenden Kontrast dazu bilden die orangefarben Tagetes und die fast neon-orangene Kapuzinerkresse. Hellgelb blühen eine vereinzelte Rose sowie eine Nachtkerze, die sich in diesem Jahr einen Platz neben der Felsenbirne gesucht hat. Bald fallen wieder mehr die Details auf, weil der Garten ruhiger wird.
Viel los ist noch auf den Blüten der Fetthennen – auf der rosafarbenen ohne Namen und auf der dunkelroten der Sorte „Jose Aubergie“. Hier summen noch die Bienen, auch einzelne Schmetterlinge lassen sich nieder. Auf den kleinen kugeligen Blüten des Wiesenknopfes sitzen Blattwanzen, die dort irgendetwas Interessantes zu finden scheinen. Auch an den Himbeeren klettern sie herum. Einige Früchte faulen, doch haben die sonnige Tage noch für eine schon gar nicht mehr erwartete kleine Herbsternte gesorgt.

Die letzten Blütenstände im Garten
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Insekten sind also noch viele unterwegs. Leider scheint aber das Hotel, das ich im Mai für sie aufgehängt hatte, nicht ganz seinen Zweck zu erfüllen. Im Sommer wurde es mehrfach geplündert. Selbst die darübergespannten Drahtgitter haben die Vögel nicht davon abgehalten, die Bambusröhrchen leer zu picken und dünnere Schilfhalme herauszuziehen, um an das heranzukommen, was drin ist: Eier, Maden oder Puppen. Für sie ist das Insektenhotel ein Regal voller Nahrung.

Auch im Oktober gibt es viel im Garten zutun
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Wenn ich nicht da bin, gehört der Garten den Tieren. Den Vögeln, aber auch den Katzen, die wild in diesem Areal zu leben scheinen oder aus der Siedlung herüberkommen. Auch die Kaninchen, die ich manchmal wegspringen sehe, kommen gerne her. Bei einer Staude, dem Riesen-Haarstrang, ist der frische Leittrieb abgeknabbert. Im Frühjahr will ich sie mit Kaninchendraht einzäunen. Vielleicht wird es dann was mit der Blüte. Unterirdisch ist eine Wühlmaus unterwegs, allerdings ohne großen Schaden anzurichten. Einmal begegnete sie mir am helllichten Tage, zog sich schnell unter ein Büschel Blätter zurück, wo sie regungslos sitzen blieb.
Auch eine Kröte ist uns begegnet, die sich bedächtig, aber zielstrebig, rückwärts eingegraben hat.Für uns ist der Garten jetzt im Oktober ein guter Platz, um die letzte warme Sonne zu genießen. Das Gemüsebeet habe ich fast ganz abgeräumt. An Roten Beten war in diesem Jahr gar nichts zu ernten, auch Zwiebeln sind nicht gut gekommen. Eine letzte vielversprechende Zucchini wurde ringsherum von Schnecken angenagt. Dafür gab es noch eine kleine Überraschung: Eine Minigurke, die den Sommer über zwar schwächlich, aber stetig gewachsen ist, trägt doch noch Früchte. Sie sehen aus wie winzige Wassermelonen und schmecken frisch nach Gurke. Davon wollen wir im nächsten Jahr mehr.
Was sonst im Oktober alles im Garten zu tun ist, erklärt Gärtnermeisterin Ursula Gerke auf der nächsten Seite.
Gartenkalender Oktober

Leuchtende Farben in den Herbstbeeten
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Ziergarten
- Boden lockern. Kompost, Lehm, Mist, Urgesteinsmehl erhalten den Boden fruchtbar. Kalk und Sand lockern ihn.
- Gründünger oder Mulch auf die Beete bringen, die im Frühjahr bepflanzt werden, um sie für den Winter zu bedecken. Blumenzwiebeln setzen und gut mit Kompost, Erde oder Laub abdecken. Gibt es Wühlmäuse, die Zwiebeln zum Schutz in Drahtkörbe setzen.
- Rasen nicht mehr zu kurz mähen, auf etwa acht Zentimetern stehen lassen. Ziergehölze nach dem Laubfall schneiden, außer Frühjahrsblüher wie Forsythie und Mandelbäumchen.
- Dahlien, Begonien, Gladiolen, Canna und andere nicht winterharte Zwiebeln und Knollen aus dem Boden nehmen. Beschädigte Teile entfernen und gut trocknen lassen und anschließend kühl lagern. Gartenteiche mit Laubnetzen überspannen.
- Teichpflanzen zurückschneiden, Stängel zehn Zentimeter über dem Wasser stehen lassen zur natürlichen Belüftung des Teiches. Wasserführende Leitungen im Garten vor dem Frost entleeren.
Gemüsegarten
- Feldsalat und Spinat in Frühbeetkästen säen. Mit Luftpolsterfolie oder Styropor isolieren.
- Gemüse, das erst noch geerntet werden soll, mit Vlies oder Folientunnel schützen.
- Möhren, Schwarzwurzeln, Pastinaken und Sellerie können im Beet stehen bleiben, sollten aber dick mit Laub oder Stroh eingedeckt und mit einem Vlies gegen Wind geschützt werden. Kürbisse ernten: Hokkaido, Muskat- und Moschuskürbis sind bei kühler und trockener Lagerung bis zu acht Monate haltbar, sie reifen in den ersten Wochen nach der Ernte erst richtig aus.
Obstgarten
- Nach der Ernte stark nach unten hängende Zweige von Apfel- und Birnbäumen schneiden. Kranke Zweige und Äste entfernen.
- Nüsse gut trocknen, bevor sie gelagert werden. Bei Walnüssen die Reste der grünen Schalen entfernen. Netze eignen sich zur Aufbewahrung.
- Trauben sind nach der Ernte gekühlt etwa zwei Wochen lagerbar.
- Äpfel, Birnen und Quitten sind pflückreif, wenn sie sich durch leichte Bewegung vom Baum lösen lassen.
- Preiselbeeren sollten jetzt geerntet und verarbeitet werden.
- Spätkartoffeln abtrocknen lassen, dunkel, kühl und trocken lagern, danach nicht mehr bewegen.
- Leimringe bis Ende des Monats anlegen. Die ersten flügellosen Frostspannerweibchen kriechen in die Baumkronen und wollen ihre Eier legen. Bäume mit Obstbaumkrebs bei trockenem Wetter ausschneiden. Wunden mit einer Paste aus Urgesteinsmehl und Mikroorganismen behandeln bringt gute Heilungserfolge. Zugelassene kupferhaltige Mittel auf die ausgeschnittenen Wunden pinseln oder sprühen.

