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Deutscher SpätburgunderDer Rotwein zum Gänsebraten

2 min

Die Wein-Kolumne von Ramona Echensperger

Der Spätburgunder hat in Deutschland eine sehr lange Historie. Während der berühmte Riesling erst im 15. Jahrhundert erwähnt wurde, ist der Burgunder seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Zisterzienser Mönche brachten einst die rote Traubensorte aus dem Burgund hierher. Dennoch wurde Rotwein und die deutsche Leitrebsorte Spätburgunder lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt. Dabei ist Spätburgunder sehr empfindlich und verlangt besondere Aufmerksamkeit. Typisch sind die dünnschaligen Beeren, die den Burgunder anfällig für Fäulnis machen. Zudem befinden sich wie bei fast allen Rebsorten die Farb-, Gerb- und Aromastoffe in der Schale. Bei zu hohen Erträgen sorgen große Beeren für ein ungünstiges Schalen-Saft-Verhältnis und damit dafür, dass der Wein dünn und wenig intensiv schmeckt.

Eine gewissenhafte Weinbergsarbeit und reduzierte Erträge sind daher die Voraussetzungen für guten Spätburgunder. Pioniere aus ganz Deutschland haben sich in den vergangenen 25 Jahren der Verbesserung der Qualitäten verschrieben und viel im Umgang mit dieser besonderen Rebsorte gelernt. Das hat sich gelohnt. Denn heute spielt der deutsche Spätburgunder in der Welt des Pinot Noir in der obersten Liga. Doch nicht nur das sorgt für Freude bei der Fangemeinde des deutschen Weines. Die Qualitäten insgesamt sind enorm gestiegen und so kann man exzellente Spätburgunder zu einem guten Preis einkaufen, was früher nicht so ohne Weiteres möglich war.

Besonders zu empfehlen sind die Rotweine vom Weingut Gen-heimer Kiltz. Der kleine Familienbetrieb liegt am Fuße des Hunsrücks in der Nähe der Kurstadt Bad Kreuznach. Harald Kiltz ist für die Erzeugung der Weine verantwortlich. Der Spätburgunder ist heute sein Steckenpferd. Er kommt ganz sortentypisch daher, mit Aromen von roten Beeren, Kirsche, Liebstöckel, Rosen und einem Hauch von Mandel. Durch den Ausbau in alten Holzfässern ist die Struktur des Weines perfekt abgerundet, aber nicht durch Röstaromen beschwert. Der Wein hat eine milde Säure mit schmeichelndem Gerb-stoffgerüst, aber auch ein saftiges Finale. Ein mittelkräftiger und fruchtiger Rotwein, der Gänsebraten mit Rotkohl perfekt begleitet.

2013 Spätburgunder trocken / Weingut Genheimer Kiltz / Nahe / 6,90 Euro

www.genheimer-kiltz.com