Geniessen mit GuinnessDunkles Bier im Nachtisch

Brother Hubbard: Neue Würze in traditionelle Gerichte
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Irish Stew, Kartoffeln, dunkles Bier: Wer an irische Küche denkt, kommt kaum um diese Stereotypen herum. Whiskey, mit dem hier und da sogar der morgendliche Porridge verfeinert wird, gehört ebenso zu Irland wie der starke schwarze Tee. Auch das Sodabrot, das mit Buttermilch gebacken wird, und Boxty, kleine Pfannkuchen aus geriebenen Kartoffeln, sind bekannt als traditionelle Gerichte. Doch längst ist die irische Küche über ihre Klassiker hinausgewachsen. Bei einem Spaziergang durch Dublin lässt sich viel kulinarisch Interessantes entdecken.
In der Wicklow Street lockt Kaffeeduft in ein kleines Geschäft, in dem die Auslagen voller verführerischer Schokoladen liegen. „Butlers“ soll die besten Pralinen der Welt machen, sagen die Einheimischen, aber auch den besten Kaffee servieren. Seit 1932 ist Butlers im Schokoladengeschäft - damals formte Marion Butler ihre ersten Pralinen selber, von Hand, mitten in Dublin. Seitdem ist das Unternehmen expandiert, vertreibt Schokolade über Irland hinaus. In den 1990er Jahren wurde das erste Café eröffnet, mittlerweile gibt es zwölf alleine in Dublin, aber auch Filialen in London, Dubai, Neuseeland und Pakistan. Lunch bieten die großen Touristen-Magneten in der Innenstadt an: In der Jameson Whiskey Distillery setzt man auf Altbewährtes wie Irish Stew und Fish and Chips, in der Guinness-Brauerei wird selbstverständlich mit Bier gekocht, sogar Mousse-au-Chocolat wird mit dem dunklen Gebräu verfeinert. Wer das zu Hause nachmachen möchte, bekommt ein Heftchen mit Rezepten - von Beef-Stew bis zum Trüffel.
Essen als Spiegel der Kultur
Abseits der Touristenpfade wird die Küche individueller: in den kleinen Inhaber-geführten Cafés, von denen es in der irischen Hauptstadt eine ganze Reihe gibt. Bei „Brother Hubbard“ zum Beispiel in der Capel Street, nördlich des Flusses Liffey, kochen Garrett und sein Partner James.
Ihre Karte ist inspiriert von Gerichten, die sie auf Reisen durch den Mittleren Osten kennengelernt haben. So gibt es zum Beispiel Sandwiches mit Hühnerbrust, Harissa-Zitronendressing und frischem Koriander, oder ein Gericht aus Freekeh, arabischem geröstetem Weizen mit Kürbis und Paprika-Dressing.
„Das Essen soll uns und unsere Kultur repräsentieren“, sagt Garrett Fitzgerald. „Daher haben wir sowohl traditionelle irische Gerichte im Angebot wie Scones und Schinken-Sandwiches, aber auch Exotisches.“
Sie experimentieren viel und haben Spaß daran, auszuprobieren: „Manchmal gehen wir von traditionellen irischen Zutaten aus. Kartoffeln zum Beispiel. Wir amüsieren uns ein bisschen damit, und daraus kann dann so etwas wie ein Salat aus Pfannenkartoffeln und Fenchel mit Koriander entstehen.“ Auch Süßes gibt es bei den Brothers, zum Beispiel Mandel-Orangenküchlein mit Schoko-Glasur.
Mehr als Baked Beans und Scones
James und Garrett sind nicht die Einzigen, die experimentieren und kreativ sind. Das Eden Restaurant zum Beispiel betreibt zwei Lokale in der Innenstadt, die so erfolgreich sind, dass sie mittlerweile sogar ein Kochbuch herausgegeben haben. Die Eden Bar and Grill ist eine gute Adresse für Jazzliebhaber, denn hier gibt es abends Livemusik. Die Speisekarte ist fantasievoll, es gibt Trüffel-Gnocchi mit Sellerie und Mangold, Schweinebauch mit Kichererbsen, Chorizo, Tintenfisch und Chili. Oder, für Vegetarier, von denen es in Irland eine ganze Menge gibt, eine weiße Bohnen-Kasserole.
Nicht im Entferntesten erinnert sie an die typischen Baked Beans, die auch in Irland gerne auf Toast gegessen werden. Diese Kasserole eröffnet ganz neue Horizonte: Kleine Würfel von Wurzelgemüse - Zwiebeln, Sellerie und Karotten - ergänzen die Bohnen in einer weißen Sahnesauce. Die besondere Note erhält das Gericht, wie der Koch verrät, durch die Kräuter: Thymian und frisches Basilikum.
Es muss längst nicht immer Irish Stew sein - in der Küche der Grünen Insel gibt es viel zu entdecken.
Kochen mit Bier: Rindfleischeintopf mit Guiness
Zutaten (für 4 Personen):
200 ml dunkles Bier400 g gut durchwachsenesRindfleisch (Schulter, Brust) in Würfeln1 mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt1 große Karotte, gewürfelt1 großer Sellerie, gewürfelt1 große Pastinake, gewürfelt1 l RinderbrüheFrische Thymian- und RosmarinzweigeIrische Stampfkartoffeln (Püree & Frühlingszwiebel)
Zubereitung:
Das Rindfleisch anbraten, die Gemüse hinzufügen und dünsten, bis sie weich sind. Dann Guinness hinzugeben und die Hitze reduzieren. Die Rinderbrühe und Kräuter hinzugeben und auf kleiner Flamme eine bis anderthalb Stunden kochen lassen. Mit gestampften Kartoffeln und in Honig gerösteten Karotten und Pastinaken servieren.
Tipp: Wenn der Eintopf schon einen Tag vor dem geplanten Verzehr gekocht wird, schmeckt er am besten.
Mousse-au-Chocolat
Zutaten (für 6 Personen):
10 Eidotter10 Eiklar, geschlagen350 g dunkle Schokolade125 g Butter100 g Zucker100 ml dunkles Bier
Zubereitung:
Die dunkle Schokolade und Butter im Wasserbad schmelzen, Guinness zugeben. Eigelbe und Zucker schlagen, bis die Masse leicht und luftig wird. Die geschmolzene Schokolademischung beigeben und das geschlagene Eiklar langsam unterheben, bis eine gleichmäßige Konsistenz erreicht ist. Die Mousse in Serviergläser geben und kühlen. Mit frischen Himbeeren oder anderen saisonalen Beeren servieren.
