Lieblingsort in KölnDie innere Mitte im Belgischen Viertel

Magazin-Mitarbeiterin Julia Floß im Banyan.
Copyright: Jörn Neumann Lizenz
Während der Fastenzeit ist das mit dem Lieblingsort so eine Sache. Erstaunlich viele Menschen in meinem Bekanntenkreis verzichten wahlweise auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch. Das tun sie nicht zwangsläufig aus religiösen Gründen (auch wenn das natürlich der Ursprung ist), sondern viel mehr aus einer Art gesellschaftlicher Motivation heraus: Wenn alle fasten, dann fällt der persönliche Verzicht etwas leichter. Diese löblichen Vorsätze möchte ich natürlich nicht mit dem Verweis auf prächtige Cocktailbars oder schokoladige Lusttempel boykottieren. Statt dessen schließe ich mich der allgemeinen Suche nach der inneren Ausgeglichenheit an und begebe mich ins Belgische Viertel.
Cappuccino // 2,40 Euro
Vegane Torte Sacher Art // 2,90 Euro
Vegane Kürbisquiche mit Salat // 5,90 Euro
Rote Bete-Möhren-Salat mit Walnüssen // 3,90 Euro
Taboulé im Glas // 3,90 Euro
Veganer Burger // 5,50 Euro
Veganer Apfelstreusel // 2,60 Euro
Veganer Joghurt-Mohn-Kuchen // 2,80 Euro
Shelter 108 in der Bismarckstraße
Ich starte meine Tour bei Shelter 108 in der Bismarckstraße. Von außen könnte man denken, es handelt sich um einen Tibet-Shop mit Meditationskissen, Kräutertees, Yogamatten und Gebetsfahnen. Hinter Shelter 108 steckt aber eigentlich ein eingetragener Verein, der sich für Flüchtlingskinder und die tibetische Kultur engagiert. Die Erlöse des Ladens mit den farbenfrohen Schuhen aus Peru und den handbestickten Decken aus Mexiko und Indien fließen in die zahlreichen Hilfsprojekte von Shelter 108, wie etwa das Dolpo-Hostel in Kathmandu.
Yoga in der Antwerpener
Mit einer bunten Yogamatte unterm Arm geht’s weiter in die Antwerpener Straße , in den Esoterikbuchhandel. Patschuli liegt in der Luft, der Zimmerbrunnen plätschert leise vor sich hin. Zwischen Yogaratgebern und wirklich guten, vegetarischen Kochbüchern entdecke ich mein persönliches Highlight: Das große Buch der Einhorn-Engel. Ja gut, Geschmäcker sind verschieden. Apropos Geschmack – meine Tour endet in dem liebevoll eingerichteten Café Banyan. Das Angebot ist ausschließlich vegetarisch und größtenteils sogar vegan. Die Kürbisquiche schmeckt fruchtig-nussig und hat einen schön knusprigen Rand. Die vegane Torte nach Sacher Art ist erstaunlich saftig mit schokoladiger Glasur. Die Kuchenvitrine wird täglich frisch bestückt – mal vegetarisch, mal vegan. Neben dem kulinarischen Angebot hat das Café Banyan auch die Arbeiten lokaler Künstler im Sortiment: Bilder, Fotografien, Leuchter aus Draht und jede Menge Schmuck.
Hier kann man die Fastenzeit ganz gut überstehen – bis auf die Sache mit dem Kuchen.
BanyanVenloer Str. 5-7, 50672 Köln, ☎ 0221/ 99876256, Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 7 bis 20 Uhr, Sa: 10.30 bis ca. 20 Uhr, So: 10.30 bis 18 Uhr
