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PartykücheFliegende Häppchen für die Gäste

4 min

André Karpinski

Wer eine private oder berufliche Veranstaltung mit Essen plant, steht vor der Frage: Soll ein ganzes Menü serviert werden, oder passt ein Buffet besser zum Event? Die unterschiedlichen Speiseszenarien gehen auch mit unterschiedlichen Kommunikationsmöglichkeiten einher, die jeder Gastgeber bedenken muss. Sollen die Gäste den ganzen Abend oder für eine gewisse Zeit in gleicher Gesellschaft am Tisch sitzen? Oder passt es besser zum Anlass, das Gespräch von jedem mit jedem zu ermöglichen?

Für die verschiedenen Speisekonzepte finden Sie hier einige Anregungen.

Wer nicht Freunde, Kinder oder die Verwandtschaft zum Gästebedienen einspannen will, sondern nach professionellen Servicekräften sucht, findet Hilfe bei spezialisierten Agenturen. In Sachen Service ist das beispielsweise das Kölner Unternehmen Salt & Pepper. Infos unterwww.saltandpepper.de

Flying Buffet

Das „fliegende“ Buffet bringt das Essen zum Gast, ohne dass er durch die Speisefolge an seinen Platz am Tisch gefesselt wäre. Es läuft optimal, wenn verschiedene Speisen-Variationen in ineinander übergehenden Phasen angeboten werden. Bei dieser Buffet-Art handelt es sich um ein ausgesprochen kommunikatives Veranstaltungsformat, da sich die Gäste jederzeit ungestört ihren Gesprächen widmen können. Aber: Die Speisen lassen sich zwar gut vorbereiten; wenn es dann losgeht, brauchen Sie aber einige Servicekräfte. Die Faustregel: Eine Kraft auf maximal 20 Gäste plus den Koch, der das Essen anrichtet. Vielleicht fragen Sie mal im Freundeskreis Ihrer Kinder, ob sich jemand etwas dazuverdienen möchte. Wer erfahrenen Service sucht, findet Hilfe bei Agenturen (blauer Kasten).Eine gelungene Speisefolge kann beispielsweise aus Variationen in dieser Reihenfolge bestehen:•Fingerfood•Löffelchen mit Häppchen•Salat im Glas•Suppe in der Kaffeetasse•Kleiner Hauptgang•Süße Häppchen und ein    portioniertes Dessert

Flying Buffet kombiniert mit Buffet-Stationen

Die kalten Vorspeisen werden „fliegend“ serviert, die warmen Hauptspeisen und das Dessert als Buffet an sogenannten Stationen präsentiert. Diese Variante ist etwas unkomplizierter als ein reines Flying Buffet, da sich die Gäste bei den Hauptspeisen und dem Nachtisch selbst bedienen. Die kalten Vorspeisen sind gut vorzubereiten, Sie brauchen keinen Koch während der Veranstaltung, und die Servicekräfte sind nicht so lange im Einsatz.Die Essenspräsentation könnte wie folgt ablaufen:

Als Flying Buffet:•Fingerfood•Löffelchen mit Häppchen•Salat im GlasAls Buffet-Station:•Hauptgänge vom Herd oder aus       dem Rechaud•Desserts in Schüsseln

Tischbuffet statt klassisches Menü

Ein klassisches Menü braucht keine Erklärung, doch wir stellen Ihnen noch einige Abwandlungen vor:•Tischbuffet mit serviertem    Hauptgang und Dessertinsel•Tischbuffet mit Hauptspeisen    und Dessert als Buffet

Wenn es Ihnen wichtig ist, dass zu Beginn des Abends einmal alle zusammen am Tisch sitzen, damit man eine kurze Rede halten kann, dann decken Sie die Vorspeisen am Gästetisch ein – Tischbuffet statt Blumendeko! So können die Gäste erst mal Platz nehmen und sich am Tisch selbst bedienen. Sie sollten die Speise-Variationen immer für etwa sechs bis acht Personen identisch aufbauen, um zu gewährleisten, dass jeder Gast alle Angebote in Reichweite hat. Ein Tischbuffet lässt sich gut vorbereiten und ermöglicht es dem Koch des Abends, auch selbst am Tisch dabei zu sein.

Buffet

Ein Buffet kennt jeder, aber Sie können Ihre Gäste doch einmal mit einigen originellen Ideen überraschen. Catering-Profis bieten beispielsweise eine „Topping-Station“. Hier werden leckere Kleinigkeiten wie Krabben, Aromen-Croûtons, Zitrushühnchenstreifen oder Backpflaumen im Speckmantel frisch gebraten, um dann als abwechslungsreiches Finish auf vorbereitete Salate im Glas gesetzt zu werden. Buffetideen, die Ihre Gäste überraschen, können aber auch sein:

•Servieren Sie den Braten als „Aromenstation“, an der der Gast seinem Hauptgang individuell verschiedene Geschmacksrichtungen geben kann. Sie lassen ihm die Auswahl zwischen Aromasalzen, Crema di Balsamico und Kräuterkrokant zum Selbstaufstreuen. •Gestalten Sie eine „essbare Landschaft“ in das Vorspeisenbuffet – abwechselnde Felder aus gehackten Kräutern und Blüten. Arrangieren Sie Mozzarella-Bällchen an Spießen und Honigsauce zum Dippen. Dann können die Gäste die Spießchen eindippen und selbst die Ummantelung wählen.•Lassen Sie Ihre Gäste an der Dessert-Station selbst karamellisieren. Stellen Sie etwa Gläschen mit Crème Brûlée noch ohne Zuckerkruste bereit sowie verschieden aromatisierte Zuckersorten. Daneben stehen kleine Bunsenbrenner. So kann sich jeder seine eigene Aromen-Kruste karamellisieren.

Unser Autor

Unser Autor André Karpinski ist gelernter Koch und als Chef des Catering-Unternehmens Kaiserschote seit 1992 als Trendscout in Sachen richtig Feiern mit Genuss im Einsatz. Seit 2011 führt er das Restaurant Seepavillon am Fühlinger See und veranstaltet dort für Magazin-Leser auch Kochseminare.

Im Magazin ging es in Karpinskis erster Kolumnenreihe „Grill gut!“ um Themen rund ums Grillen. Bei der neuen Serie „Partyküche – leicht gemacht“ dreht sich alles um die Planung privater Feiern. Die Kolumne erscheint vierzehntägig. www.kaiserschote.de