Abo

RezepteDer Geschmack Siziliens

2 min

Weihnachtliche Caponata ist ein sizilianisches Gericht aus Staudensellerie, Mandelkernen, Kapern und Rosinen.

Köln – Giorgio Locatelli arbeitet sich schnell durch alle Vorurteile gegenüber den Süditalienern, die ein Norditaliener qua Geburt eben so mitbekommt, um dann erfreulich Foklore-frei zum wesentlichen Punkt zu kommen: Warum ist die sizilianische Küche so umwerfend lecker? „Das Repertoire traditioneller sizilianischer Rezepte ist enorm, doch sie alle drehen sich um dieselbe überschaubare Auswahl an Zutaten.“

Simpel und köstlich sind die Verbindungen: Der Spitzenkoch und Autor, der im Hauptberuf ein Lokal in London führt, zählt Brokkoli und Sardellen, Kapern, Sultaninen, Orangen und Fisch, Pistazien und Wildfenchel auf, um das Wesen dieser Küche zu umreißen und resümiert: „Irgendwelchen Einflüssen, die nicht ihrem bevorzugten Geschmack entsprechen, haben sich die Menschen einfach nicht gebeugt.“

Dieser insularen Bockigkeit hat es also die Welt zu verdanken, dass es Gerichte wie Pasta con le sarde gibt – mit seinen Zutaten der kulinarische Inbegriff der sizilianischen Geschmackswelt, die auch eine arabische Herrschaft streifte. Also, was als erstes kochen? Caponata, die urtypische süßsaure Gemüse-Mischung in Variationen, Salat von grünen Oliven oder Cannoli mit Ricottafüllung und Pistazieneis? Kann ein echter Italien-Fan überhaupt leben ohne Pasta a la Norma mit Tomaten, Auberginen und Ricotta salata

Wer bereits Locatellis erstes Buch „Made in Italy“ kennt, weiß überdies: Man kocht wirklich danach und wird mit den lesenswerten und kenntnisreichen Ausführungen des Autors zu Produkten und Zubereitungen zum echten Italien-Insider. (don)

Giorgio Locatelli: Sizilien. Das Kochbuch

Christian Verlag, München 2012, 424 Seiten, 39,95 Euro