SaisonVielseitiger Kürbisgenuss

Riesenkürbisse können im Durchmesser mehr als einen Meter groß werden. Sie sind die Klassiker für Halloween-Masken.
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Ein paar Meter hinter Puccini liegt der afrikanische Smaragd. Er ist klein, dunkelgrün und schmeckt nussig. Puccini dagegen hat creme-orangefarbene Streifen und ist im Geschmack eher neutral. Dafür lässt er sich aber gut in der Mikrowelle heiß machen. Smaragd und Puccini sind Kürbisse – sie gehören zwei der rund 300 Sorten an, die auf dem Hof von Steffen Heckelmann in der Nähe von Limburg angeboten werden.
„Als Kind hab’ ich die eigentlich gar nicht so gerne gegessen. Nur die Größe hat mich fasziniert“, erzählt der 31-jährige Landwirt. Weit mehr als einen Meter Durchmesser können Exemplare des Gartenkürbis der Sorte „Gelber Zentner“ erreichen. In einem ausgehöhlten Exemplar kann man sogar übers Wasser paddeln. Heckelmann hat das erfolgreich im Fernsehen vorgeführt. Seine Kunden haben in der Regel anderes vor mit den Riesenbeeren – Kürbisse gehören tatsächlich zur Familie der Beeren.
„Es wird immer mehr mit Kürbissen gekocht“, hat Heckelmann festgestellt. Sie sind kalorienarm und ballaststoffreich, also gut geeignet für die gesunde Ernährung. Im Geschmack eher dezent, lässt sich der Kürbis auf vielerlei Arten zubereiten – es muss nicht immer süßsauer eingelegt sein. „Für Suppe ist der Hokkaido die Nummer eins“, sagt der Züchter. Die dunkelrote Riesenbeere mit dem orangefarbenen Fruchtfleisch lässt sich sogar mit Schale kochen: „Das bringt mehr Farbe rein.“
Farblich zurückhaltender präsentiert sich die Sorte Butternut: Er ähnelt in Form und Farbe einer überdimensionalen Erdnuss. „Für die Küche ist der supergut geeignet, da kann man alles mit machen“, sagt Heckelmann, der bei Hünfelden-Nauheim auf rund zehn Hektar Kürbisse anbaut. Nach dem Schälen in Scheiben geschnitten, lässt sich das feste Fruchtfleisch braten, frittieren, aber auch zu Rohkostsalaten verarbeiten. Der Butternut ist außerdem besonders lange haltbar – bis zu zwölf Monate, so der Experte.
Acorn Squash taugt für Rohkost
Festes Fleisch hat auch der weißlich-orangefarbene Acorn Squash, den Heckelmann als gesunde Rohkost empfiehlt: „Der lässt sich wie Chips gut beim Fernsehen knabbern“. Es lässt sich aber noch viel mehr machen aus den bunten Riesen: Der Spaghetti-Kürbis zum Beispiel zerfällt beim Kochen in lange Fäden, die sich wie Pasta lecker mit Soße anrichten lassen. „Quasi Nudeln ohne Nudeln“, sagt Heckelmann, der auch Architektur studiert hat. Für süße Genießer empfiehlt der Landwirt Kürbiswaffeln: „Der Butter- oder Margarineanteil des üblichen Waffelteigs kann da teilweise durch geraspeltes Fruchtfleisch ersetzt werden.“ Bei den Kürbisfesten, zu denen jedes Jahr tausende Besucher auf Heckelmanns Hof kommen, waren solche Waffeln zuletzt der Renner. „Es sieht auch noch schön aus, wenn da geraspelter Kürbis drin ist.“
Die jüngsten Besucher werden auf Heckelmanns Hof nicht nur mit Gebackenem verköstigt: Im „Halloween-Keller“ können sie sich auch Anregungen zum Kürbisschnitzen holen. Im Café gibt es Vanilleeis mit Kürbis und Kürbiskernöl. Die Kerne fürs Öl stammen aus den in Hünfelden-Nauheim angebauten Ölkürbissen, geröstet und gepresst wird allerdings in Österreich.
Während die Kinder Süßes genießen oder den passenden Halloween-Kürbis suchen, können Eltern die passende Herbstdekoration auswählen. Rot, grün oder gelb, rund, oval, flaschen- oder Ufo-förmig: Auch in Sachen Form und Farbe beweist der „Kaiser der Gärten“ schier unerschöpfliche Variationsbreite. Nicht alle dieser meist kleineren Sorten sind essbar: Zierkürbisse sollen schließlich auch nur schön aussehen. Sie enthalten Bitterstoffe, die sie ungenießbar machen.
Informationen unter www.goldgrund.de
