Vegetarisch geniessenGemüse spielt die Hauptrolle

Gemüsetopf á la Saison ist wörtlich zu nehmen: freie Gemüsewahl!
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Ein Blattsalat mit Meerrettich-Aroma, eine silberne Dose voll Penja-Pfeffer, ein Rohmilchkäse mit getrockneten Wiesenblumen auf der Rinde - jedes Produkt ist eine kleine Entdeckung. So kommt es einem Besucher vor, der zum ersten Mal den „Laden für Genießer“ in Kerpen-Horrem betritt. Der muss gemeint sein, wenn landläufig und meist wenig treffend von Feinkostladen mit ausgesuchten Produkten die Rede ist. Hier sind sie tatsächlich handverlesen - von Brigitte und Thomas Riester. „Wir kennen viele der Produzenten und Zwischenhändler. Das ermöglicht uns auch immer die direkte Rückmeldung, wenn sich beispielsweise die Qualität der Kartoffeln verändert“, sagt Brigitte Riester und schaut dabei fast liebevoll in eine Holzkiste mit reifen, süßen Cherry-Tomaten.
„Die kommen zurzeit aus 'Tareks Oase'. Tarek hat früher hier im Bio-Großhandel als Lagerarbeiter gearbeitet; jetzt baut er in Tunesien selbst Bio-Tomaten an.“ Und so geht es weiter mit den Geschichten, die die Riesters zu den Menschen erzählen, die den Wein produzieren, das Olivenöl, den Schinken oder das Fleisch von Rindern, die auf einer spanischen Weide biblische zwölf Jahre alt werden durften. Hinter allem steht das Konzept: biologische, naturnahe oder handwerkliche Erzeugung, artgerechte Tierhaltung, fairer Handel, authentische Produkte ohne industriellen Beigeschmack, Slow Food. Das klingt, zugegeben, wie ein genussorientiertes Wolkenkuckucksheim. Ist aber angesichts des Sendungsbewusstseins der Riesters sehr glaubhaft.
Fonds auf Vorrat
Wer hier isst oder trinkt, an einem Kochabend teilnimmt und mit einem der beiden spricht, erfährt viel über Ernährung und Lebensmittel. Brigitte Riester setzt sich als studierte Ernährungswissenschaftlerin mit Genuss und Wohlbefinden auseinander. Sie ist Vegetarierin und schlägt deshalb für die vierte Folge des Magazin-Mittagessens drei einfache Gemüse-Gerichte vor. Wirklich einfache Gerichte übrigens, die deshalb aber nicht weniger schmackhaft sind, außerdem absolut alltagstauglich.
„Die Zutaten für die Erbsensuppe hat man oft schon zu Hause - tiefgekühlte Erbsen sind ja optimal für die Vorratshaltung“, sagt Brigitte Riester. Auf Vorrat bereitet man auch am besten den selbst gemachten Gemüsefond zu - dieser Aufwand lohnt in jedem Fall. Die doppelte Portion vom Gemüse à la Saison mit Safran und der feinen Koriandernote ebenfalls, denn es schmeckt auch kalt am nächsten Tag und lässt sich beispielsweise bestens ins Büro mitnehmen.
Welches Gemüse enthält was?
Die mediterrane Kartoffelpfanne dürfte mit ihrer simplen Zubereitungsart und den populären Zutaten Tomaten, Paprika, Basilikum und Mozzarella eine große Geschmacksschnittmenge treffen.
Gesund ist das alles auch noch: „Erbsen enthalten viel pflanzliches Eiweiß. Sie sind fettarm aber reich an entgiftenden Ballaststoffen, unterstützen die Verdauung, senken den Blutfettspiegel und aktivieren den Stoffwechsel“, sagt Brigitte Riester und listet die Vorteile der Gemüsesorten auf, die sie nur in Bio-Qualität einsetzt, etwa, sagt sie, sei Chicorée reich an Betacarotin, Folsäure, Vitamin C und Mangan; Möhren schützten die Schleimhäute, regulierten die Verdauung; Sellerie enthalte Vitamin E, Vitamin B 6, Folsäure, Kalium und Kalzium. Bekömmlichkeit steht in ihrer Ernährungsweise ganz weit oben - und der gute Geschmack.
