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WeinkolumneTypisch Österreich vom Eisenberg

2 min

2012 Blaufränkisch / Groszer Wein / Südburgenland

Noch vor 25 Jahren lag der Eisenberg am Ende der Welt – zumindest der westlichen. Denn der seit Jahrhunderten mit Reben bepflanzte Berg ragt am südöstlichsten Punkt Österreichs an der Grenze zu Ungarn und Slowenien in die Höhe. Heute ist der Eisenberg ein Weinzentrum, zumindest für die Liebhaber der roten Rebsorte Blaufränkisch. Die feinen Rotweine, die dort entstehen, zählen zum Typischsten, was Österreich heute zu bieten hat.

Der Eisenberg

Obwohl der Eisenberg schon seit dem Mittelalter eine besondere Tradition als Weinbaugegend hatte, verwahrlosten die meisten Weingärten nach der Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts. Viele Menschen verließen die damals wirtschaftsschwache Gegend und suchten ihr Glück in der Stadt. Hinzu kam, dass die steilen Hänge sehr schwer zu bewirtschaften sind und die kleinteiligen Besitzstrukturen es den Winzern fast unmöglich machten, von ihrem Beruf zu leben. Die Weine wurden damals in den Straußenwirtschaften serviert, waren aber aufgrund ihrer Qualität auch bei den Insidern begehrte Tropfen. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis der Blaufränkisch vom Eisenberg auch einem breiteren Publikum wieder ein Begriff wurde.

Würzige Mineralität

Die mit Lehm durchsetzten Schieferböden geben dem Blaufränkisch eine würzige Mineralität mit auf dem Weg. Auch das Klima ist hier einzigartig. Aus der ungarischen Tiefebene kommt warme Luft, die die Trauben perfekt reifen lässt, während die kühlen Ströme aus den südburgenländischen Wäldern und tiefe Nachttemperaturen für frische Säure und präzise Frucht in den Weinen sorgen. Die Möglichkeit, ganz unverwechselbare Weine zu erzeugen sowie die alte Tradition am Eisenberg neu zu beleben, hat den Salzburger Geschäftsmann Matthias Krön dazu gebracht, hier zu investieren. Er konnte 16 Hektar Weinberge in besten Lagen übernehmen, viele davon mit alten Reben bestockt.

„Groszer Wein“ in Liter-Flasche

Mithilfe des Kellermeisters Markus Bach und einer klugen Marketingstrategie ist ihm ein guter Start gelungen. Er bringt seine Weine nicht nur mit kunstvoll nostalgisch gestaltetem Etikett auf den Markt, sondern füllt auch nur in Literflaschen ab. Diese Gebindegröße war bis vor 40 Jahren hier üblich. So nimmt man es ihm auch nicht übel, dass er als Überschrift für seine Gewächse „Groszer Wein“ in altmodischer Schriftweise gewählt hat. Dieser Blaufränkisch verfügt über erfrischende Aromen von Sauerkirsche, Brombeeren, Pfeffer und Rauch. Am Gaumen zeigt sich eine würzig-salzige Mineralität, viel frische Saftigkeit und ein angenehm strukturiertes Gerbstoffgerüst. Wer zusammen mit Freunden kocht, der wird den Wein in der Literflasche zum Beispiel zu Schmorgerichten wie „Boeuf bourguignon“ schätzen.

2012 Blaufränkisch / Groszer Wein / Südburgenland / 12,90 Eurowww.das-weinkonzept.de