Abo

Tippeltour 301Zwischen Burgen und Bächen

7 min

Auf historischen Wegen durch grüne Weiden. Bei Lessenich. (Bild: Peter Squentz)

Vier Burgen auf fünf Kilometern, Relikte aus der Erdgeschichte wie der Römerzeit: Die Reize dieses Rundwegs lassen sich nur tabellarisch fassen.

Vom Wanderparkplatz "Katzensteine" folgen wir an seiner Nordseite dem unmarkierten, schmalen Pfad durch zwei verzinkte Absperrpfosten in den Eichenwald und wandern parallel zur Straße. Nach kurzem Weg stoßen wir auf eine Grube mit den "Katzensteinen", leuchtend farbigen Buntsandsteinformationen. Forschungen haben gezeigt, dass die Stätte schon in der Steinzeit von Jägern bewohnt war. Damals sah sie freilich anders aus, denn zu römischer Zeit wurde die Mulde als Steinbruch genutzt. Wir steigen suchend längs der Wände, dann machen wir uns wieder auf den Weg.

Die Talstraße im Rücken, steigen wir am rechten Rand der sandigen Kerbe an auf einem unmarkierten Pfad, bis wir oben, neben dem Aufschluss 21 des Römerkanalwanderwegs, auf den "Krönungsweg" stoßen, Weg 10 des Eifelvereins, dessen Winkel wir lange Zeit folgen. Wir gehen links, vorüber an der Abzweigung des Römerkanalwegs, und dann für mehr als einen Kilometer auf dem langen Rücken. Zur Rechten Fichten, zum Tal hin Eichenwald. Wir achten nicht der Wege, die hinauf und, häufiger, hinunterführen. Dann stoßen wir auf eine x-förmige Wegekreuzung und folgen nun dem Winkelweg halblinks hinab, und bei einer weißen Schranke über die Straße.

Eilende Wasser

Gleich gegenüber führt der Weg uns an die Bahntrasse der Eifelbahn heran. Die Schranke ist geschlossen. Wir könnten sie auf einen Hebeldruck hin öffnen lassen, doch uns genügt ein Drehkreuz, um das Gleis zu queren. Dann wandern wir durch die Wiesen im Bachtal und über den Veybach hinweg. Sein Name geht auf einen vorkeltischen Namen zurück, der "die Eilende" und damit das (weibliche) Wasser meint. Durch Lautverschiebung, so die Forschung, wurde "Bachina" zu "Fachina" (wie "pes" zu "Fuß") und daraus schließlich "Veja". Der Sinn war stets derselbe: "Bach". Das hätte man von "Bachina" leichter haben können.

Im Bachtal sehen wir zur Rechten schon die Burg als Silhouette. Jenseits des Mühlengrabens, schon am Oberrand der Böschung, die wir nun erreichen, geht es rechts vorbei am Kreuz für Pfarrer Wolff und an die Kirche Sankt Pantaleon heran, dem Herzstück des Orts. Sie geht, zumindest mit dem Turm, zurück aufs 13. Jahrhundert. Wir werfen einen Blick hinein und wandern weiter zwischen Burg und Kirche, vorüber an der alten Schule von 1737, und stoßen mit dem Winkel auf das Sträßchen "An der Burg". Rechts nur noch ein paar Schritte, dann steht Burg Satzvey vor uns wie ein Märchenschloss des 19. Jahrhunderts, dem Namen nach der "Sitz" im Veybach. Da gibt es verschieferte Turmhauben und Treppengiebel, rot-weiß lackierte Schlagläden und einen Graben, grün wie Billardtuch von Wasserlinsen. Alles wie gemalt! Tatsächlich ist die Burg in ihrer Bausubstanz steinalt und steht 600 Jahre schon mit kalt-feuchten Füßen im Wasser.

Wir gehen weiter bis zur Landstraße, dann rechts, noch immer mit dem Winkel, über den Veybach wie die Eisenbahn hinweg. Unmittelbar dahinter geht es links, mit der Straße "Am Billig" an der Sporthalle vorüber; bei Haus 13 rechts und wieder links und schließlich, vor den Hallen des Transportunternehmens, rechts und unter der Autobahn hindurch. Nun verlassen wir auf Zeit den "Krönungsweg" und wandern geradeaus, mit Umsicht, über den Golfplatz um Burg Zievel ("A 3"). Bald ist die Burg zur Rechten gut zu sehen, ein baulicher Mix aus wechselnden Epochen und Bedürfnissen. Sofern die Burg zurückzuführen ist auf eine villa rustica der Römer, kennen wir auch fast schon den Besitzer: die einen sagen "Claudius Civilis", die anderen "Tibullius", aus dessen Namenswert "Tibulliacum" leicht Zievel hätte werden können wie aus "Tolbiacum" Zülpich.

Nach 750 Metern stoßen wir auf den Asphaltweg, der rechts zur Burg hinüberführt. Hier wenden wir uns links, kommen über den Graben des Kühl-Bachs hinweg und steigen geradewegs dem Wald entgegen und hinein. Gleich zu Beginn, wo rechts ein Weg zu den Tees 9 und 13 führt, steht, was von einer alten stolzen Eiche übrig ist: Ein hohler Stamm, von eisernen Korsettstangen zusammengehalten. Wir steigen auf durch Eichen-, später Kiefernwald, an Querwegen vorüber, einen Kilometer weit, bis der Wald zur Rechten endet und das halbe Rheinland wie zum Staunen vor uns ausgebreitet liegt. Wir sehen erst die sieben Berge, dann Euskirchen mit Martins- und Herz-Jesu-Kirche, später unsicher am Horizont den Kölner Dom. Hier oben haben wir erneut den "Krönungsweg" erreicht und wandern nun mit seinem Winkel rechts, hinauf, bis sich die Aussicht am Zaun der militärischen Antenne auf dem Lauerzberg mit Namen zu erkennen gibt: "Schöne Aussicht" steht auf einem Schild, 303 Meter hoch. Ein zweites warnt Spaziergänger, die einen Herzschrittmacher tragen.

Hier steht an der Wegespinne eine Bankgruppe vor einem Kreuz. Wir wandern weiter mit dem Winkel, am Stacheldraht vorüber und wieder einen Kilometer weit, bis wir im Wald und rechts am Weg auf einen Wasserhochbehälter stoßen ("Verb. Wasserwerk Euskirchen"). Der "Krönungsweg" läuft nun gerade weiter bis zum Venusberg. Wir gehen rechts und steigen mit "A 3" hinunter von der Höhe. Von nun an sind wir auf dem stellenweise neu geführten Römerkanal-Wanderweg unterwegs und folgen ganz entspannt und gut geleitet seinem Zeichen, dem Querschnitt seiner gemauerten Röhre.

Nach 350 Metern stoßen wir an der Ecke des Waldes auf einen Weg, der nach rechts hin asphaltiert ist. Ihm folgen wir gut 300 Meter weit, dann geht es links und 50 Meter weiter wieder rechts mit dem Zeichen des Römerkanals. Fern sehen wir das Radioteleskop auf dem Stockert, hinter Wachendorf, den archaischen Kubus der Bruder-Klaus-Kapelle des Architekten Peter Zumthor. Es geht vorbei an einem Einzelhaus mit Dobermann, genauer: Doberfrau, dann stoßen wir auf einen asphaltierten Weg und gehen halblinks weiter. Auf dem Querweg geht es rechts und bei einer frommen Sitzgruppe mit Kreuz wenig später mit dem markierten Wegverlauf nach links, hinab und auf die Straße zu.

Papageien und Fußball

So kommen wir nach Antweiler. Jenseits der Kreisstraße geht es mit der "Graf-Schall-Straße" in den Ort. Nach 200 Metern biegen wir neben einer Papageienzucht rechts in den "Weißdornweg" ein und kommen neben dem dunklen Haus 3 geradewegs zum Ort hinaus. Links anfangs Gärten, rechts nur noch die freie Flur. Nach weniger als einem Viertelkilometer queren wir erst einen asphaltierten Weg, darauf, nur wenig rechts, die Landstraße und wandern durch die frischen Saaten auf den Waldrand zu, stets mit dem Zeichen des Römerkanals. Am Waldrand folgen wir dem Zeichen rechts, dann geht es nach dem leichten Linksknick am Fußballplatz und Clubheim des "TUS Veytal" entlang. Dahinter folgen wir dem Querweg rechts.

Nach 100 Metern knickt der Weg bei einer weißen Bank nach links und Lessenich entgegen. Rund 60 Meter vor dem modernen Wohnhaus Nr. 2 folgen wir dem Zeichen zwischen Koppeln in den Weg nach links und wandern weiter. Mit dem Querweg geht es rechts. Dann folgen wir der Dorfstraße ("Zieveler Straße") nach links und biegen 100 Meter weiter rechts in die "Stephanusstraße" ein. Wir wandern an der schönen Kirche Sankt Stephanus vorüber, deren Turm und Chor aus dem 16. Jahrhundert stammen, bald vorbei am "Landhaus Pauly" und zuletzt, vorüber an dem letzten Fahrweg, der trotz Nussbaums "An der Birke" heißt, und geradewegs zum Ort hinaus.

Jenseits des Friedhofs gehen wir nach rechts, passieren den Parkplatz und finden gleich dahinter rechts den Zugang zu dem "Ehrenmal", das der Lessenicher Grobschmied und Dickkopf Karl-Josef Eschweiler nach dem ersten Weltkrieg gegen alle republikanischen Relativierungen aus eigenen Mitteln errichtet hat. Dann geht es weiter im Zeichen des Römerkanals, entlang an einem schönen Kiefernhain, zuletzt unter der Autobahn hindurch. Im Weideland dahinter stoßen wir auf einen Querweg und gehen links. Nach rund 20 Metern schwenkt der Weg nach rechts, folgt immer noch dem Weidegrund und bringt uns schließlich in den Wald.

So geht es durch das Quellgebiet des Siefenbachs, worüber an den Aufschlüssen 24, 23 und 22 des Römerkanals. Wir studieren die Arbeitsterrasse der Römer und den Graben, den die mittelalterlichen Steineplünderer gerissen haben, und stoßen schließlich wieder auf den Krönungsweg. Ihm folgen wir nach links und steigen dann, noch vor dem Aufschluss 21, rechts hinab. Wer will, der kommt ein zweites Mal hinunter zu den Katzensteinen. Und wer genug gesehen hat, der folgt, wenn er sie entdeckt, dem breiten Weg nach links, zurück zum Ausgangspunkt.