Ein neuer UN-Bericht offenbart einen alarmierenden Bestandsrückgang. Vor allem die Situation in den Weltmeeren ist besorgniserregend.
Artenschutzgipfel in BrasilienUN berät über Rettung wandernder Spezies

In Brasilien beginnt am Montag eine UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten. (Archivbild)
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Eine Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz migrierender Spezies ist in Brasilien gestartet. Ein aktueller Bericht verdeutlicht den Ernst der Lage.
Eine bedeutende UN-Tagung zum Schutz migrierender Tierarten hat in Brasilien ihren Anfang genommen. „Wir leben in einer Zeit der Dringlichkeit“, äußerte die brasilianische Umweltministerin Marina Silva zum Auftakt, wie die dpa meldet. Der Schutz dieser Wanderrouten sei gleichbedeutend damit, die Zuversicht zu stärken, „dass der Planet lebendig und vielfältig bleibt“. Bis zum Wochenende versammeln sich bei der Zusammenkunft Regierungsdelegierte, Forschende, Umweltschützer und Repräsentanten indigener Völker.
Jährlich begeben sich Milliarden von Lebewesen auf Wanderschaft, die sie teils über Kontinente und Ozeane führt. Die Bandbreite umfasst Zugvögel, Meeresschildkröten und auch Wale. Eine Vielzahl dieser migrierenden Tierarten ist in ihrem Bestand bedroht.
Ausweitung des internationalen Artenschutzes geplant
Den Schwerpunkt der 15. Konferenz der Vertragsstaaten (COP15) zum Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) bilden Maßnahmen gegen die globale Biodiversitätskrise. Vorgesehen ist unter anderem, den internationalen Schutz auf weitere Spezies auszuweiten sowie die Vorgehensweisen gegen illegale Jagd, übermäßige Nutzung und den Verlust von Lebensräumen zu intensivieren.
Das Treffen wird zum ersten Mal in Brasilien abgehalten. Austragungsort ist Campo Grande im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Diese Stadt befindet sich in der Nähe des Pantanals, welches als das ausgedehnteste Feuchtgebiet des Planeten und als eine der global artenreichsten Zonen gilt.
Situation in den Ozeanen ist prekär
Ein schon vor der Tagung publizierter UN-Report legt eine Zuspitzung der Situation dar. Laut diesem Bericht sind die Populationen von 49 Prozent der durch die Konvention geschützten migrierenden Spezies rückläufig. Dies entspricht einer Zunahme von fünf Prozentpunkten innerhalb von zwei Jahren. Etwa 24 Prozent der Spezies stehen vor der Ausrottung.
Übermäßige Ausbeutung sowie die Zerstörung und Fragmentierung von Habitaten werden als die wesentlichsten Bedrohungen angesehen. Als besonders prekär erweist sich die Situation in den Ozeanen, da dort zahlreiche Fischpopulationen hochgradig gefährdet sind. (red)
Die Tagung firmiert unter dem Leitspruch „Connecting Nature to Sustain Life“ (Die Natur verbinden, um das Leben zu erhalten). Sie gilt als eine der bedeutendsten internationalen Zusammenkünfte für den Schutz von Wildtieren. Als Basis für die Verhandlungen dient eine UN-Konvention, der über 130 Länder beigetreten sind. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
