Köln – Es gibt zwei Hobbys, die Ralph Pass nicht missen möchte: die Jagd und alte Autos. Vor zwei Jahren hat sich der Immobilienmakler und Hausverwalter ein Auto gekauft, das beides wunderbar miteinander verbindet. Der Toyota Landcruiser BJ 42 ist ein Oldtimer, dem kein Gelände zu steil und kein erlegtes Reh zu groß ist. Der 30 Jahre alte Geländewagen ist ein Alleskönner und Arbeitstier – mit viel Platz und mächtig großen Rädern. Was Ralph Pass in seinen Revieren schießt, veredelt er gerne in der heimischen Pfanne. Zum Beispiel als Hirschcarpaccio mit Pfifferlingen und Öl-Balsamico-Marinade. Denn auch das Kochen gehört zu seinen Hobbys.
Deshalb habe ich ihn:
Ralph Pass: Ich bin schon seit langer Zeit Oldtimer-Fan und habe in den letzten zehn Jahren immer einen Oldtimer besessen. Nur habe ich sie leider zu selten bewegt. Deshalb habe ich einen Wagen gesucht, mit dem ich meine großen Hobbys – Oldtimer-Rallyes und das Jagen – verknüpfen kann. Das Angebot an allradgetriebenen Oldies ist eher beschränkt, vor allem, wenn es um exzellent restaurierte Fahrzeuge geht. Vor zwei Jahren habe ich deshalb sofort zugeschlagen, als dieser Landcruiser im Internet stand. Zwischen Internetrecherche und Kauf vergingen keine drei Stunden.
Das kann er:
Pass: Er ist voll reviertauglich, selbst in schwierigstem Gelände. Er kann aber auch gemütlich auf der Landstraße in Rahmen einer gepflegten Oldtimerausfahrt glänzen. In diesem Zustand gibt es außerdem nicht mehr viele Exemplare dieses Toyotas, im Straßenbild ist er selten geworden – was wohl auch damit zu tun hat, dass die Rostresistenz nicht gerade überragend war. Nicht zuletzt sitzt man angenehm hoch, er ist quasi ein fahrender Hochsitz. Wenn man von dort aus bei Tempo 100 auf den Autobahn-Verkehr herabschaut, verfliegt der Stress sofort. Das wirkt wie ein Entschleunigungsprogramm.
Das kann er nicht:
Pass: Leise sein. Auch der Komfort der Blattfedern lässt naturgemäß zu wünschen übrig. Und rasen kann und mag er nicht. Ich würde auch niemals mit diesem Wagen durch die Waschstraße fahren. Dafür ist er einfach zu klobig. Für mich steht nach jedem Geländeritt eine Intensivpflege in Form einer Handwäsche mit anschließendem Trockenledern auf dem Programm. Zum Schluss wird dann jede Sicke und Falze säuberlich mit einer Druckluftpistole ausgeblasen.
Das habe ich für ihn getan:
Pass: Ich schmiere ihn regelmäßig an allen 20 Schmiernippeln mit der Fettpresse ab. Sonst würden die überwiegend mechanischen Teile deutlich schneller ihren Dienst quittieren. Und der Toyota ist natürlich ein Auto, das immer in der Garage geparkt wird.
Das habe ich erlebt:
Pass: Er hat mich bisher nur einmal im Stich gelassen – mit einer defekten Einspritzdüse. Natürlich ausgerechnet auf dem Weg zur Jagd und im Beisein eines Freundes, der auch noch Geburtstag hatte. Den verbrachte er mit Warten auf den Abschleppwagen, bei Dunkelheit und Null Grad Außentemperatur. Wir haben uns trotzdem gut amüsiert.
Das habe ich vor:
Pass: Sobald die jetzigen Reifen verschlissen sind, werde ich schmalere aufziehen. Die aktuellen sind mir einfach zu breit. Die Sportsitze, die der Vorbesitzer eingebaut hatte, habe ich bereits entsorgt und durch eine originale Bestuhlung ersetzt. Für mich sollte ein Oldtimer möglichst originalgetreu sein, dafür bin ich auch zum Umbau jederzeit bereit.
Aufgezeichnet von Tobias Christ
