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Haus FühlingenBauzäune halten Eindringlinge nicht ab

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Unbekannte haben die Zäune vor der maroden Villa zerstört.

Fühlingen – Ein trauriges Bild: Unbekannte haben den Bauzaun am Haus Fühlingen, der vor einigen Wochen noch intakt war, umgerissen, die verbogenen Metallstäbe liegen auf dem Boden. Außerdem wurden neu angebrachte Gitter vor den Fenstern aufgesägt. Zwar ist es verboten, die marode Villa an der Neusser Landstraße zu betreten, trotzdem verschaffen sich ungebetene Gäste immer wieder Zugang und ignorieren die Absperrungen.

Seit Monaten versucht die neue Besitzerin des Hauses, die Dolphin Capital GmbH, das Gebäude zu sichern – später soll es saniert werden, 35 Wohnungen sind hier geplant. Dreimal seien Zäune aufgestellt, zudem Fensteröffnungen zugemauert und Türen verschlossen worden, klagt das Unternehmen. Jedes Mal hätten Unbekannte die Sicherheits-Absperrungen zerstört und Mauern aufgebrochen.

Anzeige gegen unbekannt

„Selbst eine neue Stahltür haben sie mit einer Flex aufgeschnitten“, sagt auch der Leiter des Amts für Denkmalpflege, Thomas Werner. Einen „hohen fünfstelligen Betrag“ habe die Firma eingesetzt, um das Gelände abzuschirmen. „Wir haben Strafanzeige gegen unbekannt gestellt“, sagt Melanie Haase von Dolphin Capital. Neue Zäune sollen aufgestellt werden, ergänzt sie – fragt sich nur, wie lange die stehen bleiben. „Das kriegt man vor Ort nicht in den Griff. Mir fällt dazu auch nichts mehr ein“, sagt Stadtkonservator Werner. „Man kann ja keinen 24-Stunden-Sicherheitsdienst abstellen.“

Im vergangenen Sommer erwarb die Immobilienfirma aus Hannover das Haus von Vorbesitzer Jens Liewald. Der hatte es 2004 der Stadt abgekauft mit der Auflage, die Sanierung soweit voranzutreiben, dass die Aufbauten bis Dezember 2009 abgeschlossen werden könnten. Doch der Investor sei dem nicht nachgekommen, hieß es bei der Stadt. Bereits im Vorfeld hatte Liewald über Probleme bei der Vermarktung des Gebäudes an der vielbefahrenen Neusser Landstraße gesprochen. Nun will Dolphin Capital das Haus für elf Millionen Euro in Stand setzen. Stadt und Kommunalpolitik setzen alle Hoffnungen in den Kauf, wollen für die Problemvilla aus dem 19. Jahrhundert endlich eine Lösung finden. Seit Jahren verfällt das seit 1980 unter Denkmalschutz stehende Schmuckstück. In verschiedenen Internetforen hat der ehemalige Reiterhof einen zweifelhaften Ruf als Spukhaus erworben. Immer wieder kritisieren Anwohner und Kommunalpolitiker den Zustand des Gebäudes.

Auch die Bezirksvertretung Chorweiler wird ungeduldig. In der kommenden Sitzung im Dezember soll über einen interfraktionellen Antrag von CDU, SPD, den Grünen und FDP diskutiert werden. Trotz Übergang des Eigentums und des Antrags der Bezirksvertretung auf regelmäßige Kontrollen des Geländes zur Abwehr möglicher Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung gehe der Verfall sichtbar weiter, steht in dem Papier. Die Kommunalpolitiker verlangen einen sicher verankerten Zaun, der den Eingang erschwert und fordern die Stadtverwaltung auf, dafür zu sorgen, dass der Eigentümer seinen Verpflichtungen nachkommt – dazu gehöre eben auch, für Sicherheit zu sorgen. Weitere Versäumnisse sollten mit entsprechenden Vertragsstrafen belegt werden.

Denkmalpfleger Werner hofft, dass die Umbauarbeiten bald beginnen und sich alle Probleme endlich in Luft auflösen: „Ich hoffe, dass es schnell geht.“ Vielleicht hat er Glück: Noch in diesem Jahr will Dolphin Capital den Bauantrag bei der Stadt einreichen.