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Neues Hochhaus in Köln geplant
Dachgärten sollen öffentlich zugänglich sein

Lesezeit 3 Minuten
2020-09-24_Chorweiler-PP-v0-v3 (1)

Das innovative Gebäude soll Kleingärten auf öffentlich zugänglich terrassierten Dächern haben. 

  • Bis zu 14 Stockwerke hoch soll das neue Hochhaus in Köln-Chorweiler werden.
  • Die Begrünung soll nicht nur den Stadtteil aufwerten, der Platz soll für den Anbau von Gemüse genutzt werden.
  • Und das ist längst nicht die einzige Idee, die die Planer für das innovative Projekt haben.

Chorweiler – Es ist ziemlich lange her, seit das Chorweiler Zentrum mit seinen 70er-Jahre-Plattenbau-Türmen zuletzt für seine Architektur gelobt wurde – doch auf dem Gelände der Post-Filiale in der Lyoner Passage soll ein Gebäude entstehen, das das ändern könnte.

Mit bis zu 14 Stockwerken erreicht es durchaus die Dimensionen der umliegenden Hochhäuser, ansonsten hat es mit diesen jedoch nicht viel gemein: Denn der wie eine ansteigende Treppe geformte Gebäudekomplex weist eine Reihe von terrassenförmigen Flachdächern auf, die nach den Plänen von Architekt und Investor begrünt werden sollen und über Treppen vom Straßenniveau her aus betreten werden können und öffentlich zugänglich sein sollen.

„Die Begrünung soll auch keine Zierde sein, stattdessen wollen wir dort Kleingärten ansiedeln, in denen Gemüse angepflanzt werden kann. Die sollen auch nicht nur den Bewohnern zur Nutzung offenstehen, sondern jedem “, so der Architekt Bernd Krömmelbein von der Architekten und Planergemeinschaft (APG), die für den Entwurf verantwortlich zeichnet. „Wir nennen das Projekt darum auch das «essbare Dorf» im Quartier.“

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15.000 Quadratmeter Fläche

Auch im Inneren soll das Gebäude, das etwa 15.000 Quadratmeter Netto-Nutzfläche umfassen wird, im Grunde eine ganze Siedlung beinhalten: Im Erdgeschoss etwa soll ein Vollversorger mit 700 Quadratmeter Verkaufsfläche, weiterer Einzelhandel und Gastronomie angesiedelt werden, in den beiden Geschossen darüber Sportangebote wie Fitnessstudios und Büroflächen für Co-Working-Spaces.

Darüber soll ein Kindergarten mit Anbindung an einen Spielplatz untergebracht werden. Die Wohneinheiten vom vierten bis zum siebten Stock sollen seniorengerecht gestaltet, die konventionelleren Wohnungen des achten bis 13. Stockwerks immerhin noch barrierefrei werden.

Holz für die Wärmedämmung

Auch bei den Baumaterialien hebt sich der Entwurf von seiner Umgebung ab, denn das „Dorf“ soll in hybrider Bauweise sowohl aus Stahlbeton, als auch Holz errichtet werden. „Diese Materialien wollen wir jeweils dort einsetzen, wo sie am besten funktionieren: Der Gebäudekern ist beispielsweise aus Stahlbeton, der auch bei Lärm- und Brandschutzelementen zum Einsatz kommt, für die Wärmedämmung aber ist Holz viel besser geeignet.“ Durch diese Bauweise sollen die Materialien auch nach einem Abbruch viel besser zu recyceln sein. Für die Dachgärten ist weiterhin jeweils eine 80 Zentimeter bis ein Meter dicke Humusschicht eingeplant, um dort Pflanzenanbau zu ermöglichen. „Dafür brauchen wir vor allem ein ausgereiftes Bewässerungssystem mit Regenrückhaltemöglichkeiten“, so Krömmelbein.

Post soll im Mai 2021 abgerissen werden

Noch sind Architekten und Investor damit beschäftigt, den Bauantrag vorzubereiten, den sie im kommenden Jahr einreichen wollen, dennoch gibt es bereits einen Zeitplan: So soll der Abriss der alten Postfiliale im Mai 2021 erfolgen, der Bau nach Erteilung der Baugenehmigung dann Anfang 2022 begonnen und im November 2023 abgeschlossen werden. Auch wenn das Gebäude „in sich ein eigener Organismus“ sei, legt Krömmelbein Wert darauf, dass dieses sich in das Quartier einfügen wird. „Wir wollen nicht nur über klassische Elemente wie Cafés eine gute Außenbeziehung herstellen, sondern eben auch über die begehbaren Dächer, wo wir etwa einen Trimm-Dich-Pfad unterbringen wollen. Das wird unserer Meinung nach die Beziehung zur Nachbarschaft sehr stärken.“

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