Pfarrer MeurerAbschied mit Sonnenblumen

Jedes Kind überreichte Pfarrer Heribert Meurer eine Sonnenblume.
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Heimersdorf – Es war ein bewegender Abschied. Als Pfarrer Heribert Meurer seine letzte Messe in der Kirche Christi Verklärung feierte und anschließend zum Ausgang schritt, standen Kinder mit Sonnenblumen in der Hand Spalier. Draußen hatten sich viele Menschen versammelt, um ihren Pfarrer nach 37 Jahren im Amt in den Ruhestand zu verabschieden. Sie überreichten Geschenke, die Jungen und Mädchen sangen Lieder und übergaben dem gerührten Meurer ihre Blumen. Bei einem großen Empfang im Taborsaal nahm die Gemeinde dann offiziell Abschied.
Fast vier Jahrzehnte arbeitete Pfarrer Meurer als Seelsorger in Heimersdorf. Eine lange Zeit, wie auch Regina Flackskamp, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, in einer Rede ausdrückte. „Sie haben Paare getraut und deren Kinder getauft“, sagte sie. „Später wurden diese Kinder dann ebenfalls von Ihnen getraut und deren Kinder wiederum von Ihnen getauft.“ 1967 kam Pfarrer Meurer aus Bonn in die Gemeinde Christi Verklärung und nahm dort eine Pfarrerstelle an – es sollte seine einzige in seinem ganzen Berufsleben bleiben. 17 Jahre später musste er sich zudem um die Gemeinde St. Brictius in Merkenich kümmern, 2008 kam St. Johannes in der Neuen Stadt in Chorweiler hinzu. Eine große Herausforderung war die anschließende Fusion dieser drei Gemeinden im Jahr 2010, die den Namen Pfarrgemeinde Seliger Papst Johannes XXIII. erhielt – wofür sich Meurer eingesetzt hatte.
Eine bewusste Entscheidung
Denn Papst Johannes XXIII. hatte 1962 das Zweite Vatikanische Konzil einberufen, mit dem Ziel der pastoralen und ökumenischen Erneuerung. „Das hat bei mir Begeisterung ausgelöst und mich darin bestärkt, Priester zu werden“, sagt Meurer. „Dass ich die Chance hatte, die neue Gemeinde nach Papst Johannes XIII. zu benennen und die Erinnerung an das Zweite Vatikanische Konzil lebendig zu halten, war für mich ein Highlight“, ergänzt er.
Der Geistliche, der die Schwerpunkte seiner Arbeit in der Liturgie und Predigt sah, konnte die vergangenen 37 Jahre auch beobachten, wie sich die katholische Kirche veränderte. Der Aspekt einer Volkskirche sei zurück gegangen, „die sonntäglichen Kirchgänge sind seltener geworden“, erläutert er. „Die Menschen, die jetzt die Messe besuchen, tun das aus Überzeugung. Früher war es ein guter Brauch, heute ist es eine bewusste Entscheidung.“
Jetzt lebt Pfarrer Meurer wieder in Bonn und hilft gelegentlich in Gemeinden aus. „Ansonsten bin ich im Ruhestand“, sagt er und lacht. Was er nun vorhat? „Ich werde viel Reisen“, sagt er. „Und in der Eifel, im Siebengebirge und am Rhein wandern.“ Sein Nachfolger, Ralf Neukirchen, wird am 13. Oktober um 16 Uhr in der Pfarrkirche in Chorweiler in sein Amt eingeführt.
