Abo

Wochenmarkt muss umziehenEin Kölner Provisorium mit Lücken

2 min

Die Kunststoffplatten die provisorisch den Untergrund befestigen, bieten diverse Stolperfallen.

Köln-Chorweiler – Seit Beginn des Umbaus der zentralen Plätze befindet sich auch der Wochenmarkt in Chorweiler an einem neuen Standort. Er zog temporär auf den Rasen zwischen Liverpooler Platz und Willi-Suth-Allee, die Stadt legte Platten aus Kunststoff auf den Boden. Die Stadt teilte den Chorweiler Bezirksvertretern nun mit, dass sie sich bewusst für diesen Belag entschieden hatten. Sie reagierte damit auf eine Beschwerde der SPD-Fraktion.

Die Sozialdemokraten hatten den Boden in einer früheren Sitzung als „nicht tragbar“, bezeichnet. Sie forderten die Stadt auf, die Fläche zu verbessern. Die Platten seien uneben, es bestehe erhebliche Verletzungs- und Stolpergefahr. Lkw und Autos, die während des Markts dort parken, verformen mit ihrem Gewicht den Boden. „Er wurde aus Gründen des Umweltschutzes und aus Kostengründen nicht asphaltiert“, antwortete die Stadt in einer schriftlichen Mitteilung.

Die Kunststoffplatten die provisorisch den Untergrund befestigen, bieten diverse Stolperfallen.

Eine Asphaltdecke koste allein für die Hälfte der nun belegten Fläche rund 150 000, Platten hingegen nur 90 000 Euro. Hinzu kämen Kosten für eine Entwässerung und das anschließende Entfernen und Entsorgen des Asphalts. Nun sickere das Wasser durch die Plattenfugen, der Kunststoffbelag könne problemlos zurückgebaut und erneut verwendet werden.

Zudem befürchtete die Stadt, dass die Oberfläche des Rasens durch eine Versiegelung massiv geschädigt wird. SPD-Fraktionschef Inan Gökpinar kritisierte die Stadt. „Was ist wichtiger: Geld zu sparen oder Bürger einzuschränken“? Leute mit Rollator könnten den Markt nicht besuchen. „Wo sollen die Leute mit einer Einschränkung einkaufen?“

Seit Anfang des Jahres saniert die Stadt Liverpooler Platz, Pariser Platz und Lyoner Passage. Der Umbau ist Teil des Programms „Lebenswertes Chorweiler - ein Zentrum im Wandel“. Ziel ist eine Aufwertung des Stadtteils.

Die Arbeiten enden voraussichtlich 2021 und kosten rund 12,6 Millionen Euro. Die Stadt zahlt rund 7,6 Millionen Euro, den Rest finanziert der Bund.