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DJ Mauro Mondello aus KölnHoffnung auf den Sommerhit

3 min

Mit einer neuen Version des Partisanenlieds „Bella Ciao“ auf dem Vormarsch: der Kölner DJ und Produzent Mauro Mondello.

Du musst es einfach im Gefühl haben. Du musst wissen, das ist es, das wird den Leuten nichts als gute Laune bringen. Mauro Mondello hat es im Gefühl. Der Musikproduzent und DJ aus Köln ist auf dem besten Weg, einen, wenn nicht gar den Sommerhit des Jahres zu produzieren. Auf Youtube ist seine Version des italienischen Partisanenlieds „Bella Ciao“ aus den 1930er Jahren bereits ein Renner, in Italien hat ein Label aus Modena die Rechte erworben, für Deutschland, die Schweiz und Österreich wird wohl Sony zuschlagen. „Wie vieles in der Musikbranche ist der Song eher durch einen Zufall entstanden“, sagt Mondello.

Nachtflug, Crystal Cologne und Diamonds

Als DJ habe er sich über viele Jahre einen Namen gemacht, mit 19 Jahren angefangen und schnell die größten Läden in Düsseldorf und Köln erobert. Anfangs mit einer Mischung aus Italo-Dance und House im MK 2, der damals zu den angesagtesten Clubs im Düsseldorfer Hafenviertel zählte. Später war er der Headliner der italienischen Nacht im Tor 3, heute macht er die De la Creme-Party im Nachtflug, legt im Crystal Cologne und im Diamonds auf. „Wenn ich drüber nachdenke, dass ich damals im MK 3 als DJ angefangen habe, ohne überhaupt einen blassen Schimmer zu haben, nur auf eine Empfehlung durch meinen Bruder, das ist schon krass“, sagt er. Drei Jahre später hat er sein Studium zum Multimedia-Manager geschmissen, veranstaltet Events und Partys in Köln, produziert Musik und wird als DJ durch die ganze Welt gereicht.

Es brauchte zwei zufällige Treffen mit Giovanni Zarella, der als Sänger der Band Bro’Sis und TV-Moderator den richtig großen Durchbruch zwar noch nicht geschafft hat, aber auch das könnte sich jetzt ändern. „Wir haben uns einmal hier in Köln bei einer Party und dann zufällig in Zürich in einem Club wiedergetroffen“, sagt Mondello. „Giovanni lebt auch in Köln. Wir haben uns dazu entschlossen, mal etwas Gemeinsames zu produzieren.“ Drei oder vier verschiedene Version von „Bella Ciao“ hat Mauro Mondello produziert und sofort festgestellt, dass das ein „richtiges Gute-Laune-Ding ist“.

Aufsetzen, anhören, abtanzen

Der Song allein wäre sich kein Knüller, es ist das Video, das ihn besonders macht. Mondello hat einen Kameramann und ein Promotion-Team organisiert, sein i-Phone und einen fetten Kopfhörer eingepackt und in Berlin am Alexanderplatz und vor dem Brandenburger Tor die Leute angehauen. Aufsetzen, anhören, abtanzen. „Das kann man sich nicht vorstellen, innerhalb von zehn Minuten standen die Leute Schlange, alle wollten mitmachen, das war total krass. Jeder, der die ersten Takte gehört hat: Wann kommt der Song raus? Ich habe das immer belächelt. Wie kann man sich in eine Stadt verlieben, man kann eine Stadt cool finden, aber als ich nach Hause fuhr war klar, ich habe mich in diese Stadt verliebt. Diese positiven Einflüsse, die ich da erlebt habe, das war unbeschreiblich.“

„Bella Ciao“ ist ein Multikulti-Video. „Das Verrückte ist, dass jeder die Melodie kennt, jeder kann sofort etwas damit anfangen.“ Einige Szenen sind im Rheinauhafen und Mediapark in Köln, in Düsseldorf und in Palermo gedreht. „Das wollte ich so, weil ich in Düsseldorf geboren bin, in Köln lebe und diese Stadt einfach mega finde und meine Vorfahren aus Palermo stammen.“ Die Tänzer, findet Mondello, seien die wahren Protagonisten, „weil sie mit ihrer Begeisterung einfach alle anstecken“. Der Song berühre seine Seele auf eine besondere Weise, er wecke ein Gefühl von Freiheit und internationaler Verbundenheit. Dass er ohne jede Werbung bei Youtube derart gut läuft, empfindet sein Produzent als Bestätigung. „Das hätte ich so nicht erwartet.“