ButzweilerhofEin Denkmal für einen Discounter?

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In diese frühere Flugzeughalle soll die Filiale eines Lebensmittel-Discounters einziehen.

In diese frühere Flugzeughalle soll die Filiale eines Lebensmittel-Discounters einziehen.

Ossendorf – Wie Helmut Raßfeld von der Immobiliengesellschaft S-Rhein-Estate auf Anfrage des Kölner Stadt-Anzeiger sagte, soll das Supermarkt-Unternehmen Aldi-Süd das Gebäude mit der Bezeichnung „Hangar II“ gekauft haben. Raßfeld ist Geschäftsführers der Immobiliengesellschaft, die das frühere Flughafen-Areal vermarktet.

„Zurzeit wird eine Bauvoranfrage vorbereitet“, so Raßfeld weiter. Das Unternehmen beabsichtige, die ehemalige Flugzeughalle nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten für seine Zwecke auszubauen. Der Teil des Gebäudes, in dem zurzeit Künstler ihre Ateliers haben, bleibe erhalten, versichert Raßfeld. „Aldi setzt die langfristigen Mietverträge fort.“ Beim Stadtkonservator wurden bereits erste Entwürfe vorgelegt. „Aus unserer Sicht wäre das zu befürworten“, sagt Roland Krapp, kommissarischer Amtsleiter der städtischen Denkmalbehörde. Den ersten Gesprächen sei aber noch kein weiteres gefolgt.

900 Quadratmeter für den Einzelhandel?

Der Hauptzweck aber sei Einzelhandel. Lebensmittel, Artikel des täglichen Bedarfs, Aktionsware – was man „bei Aldi“ eben so kaufen kann. Dafür braucht es Platz. 900 Quadratmeter sollen es nach Informationen der der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Ehrenfeld sein. Damit aber würde die im städtischen Einzelhandels-Konzept festgelegte Grenze von 800 Quadratmetern überschritten. Die Christdemokraten regten daher eine Ausnahmeregelung an. Bezirksbürgermeister Josef Wirges gab sich salomonisch: „Aus meiner Sicht ist die Obergrenze sinnvoll, aber es wird sich bestimmt eine Lösung finden“, so Wirges. Wichtig sei es, dass endlich ein Lebensmittelmarkt in das Gebiet komme.

Darüber frohlockt auch Thomas Licher von der Unternehmens-Initiative Butzweiler-Ossendorf. Dort wird schon seit Jahren beklagt, dass es für die mehr als 10 000 Beschäftigten im Gewerbegebiet kaum Einkaufsmöglichkeiten gebe. Aber nicht nur den im Gewerbegebiet Am Butzweilerhof Beschäftigten käme der Supermarkt zugute. Schon jetzt wohnen hier mehrere hundert Menschen und es werden schon bald mehr.

Es wird weiter gebaut

Zu den Altbauten an der Ikarosstraße und den kürzlich fertig gestellten 99 neuen Einfamilienhäusern kommen 163 Wohnungen in den Häusern des Bauprojekts „Butzweiler Bogen“. Die Bautätigkeit am „Butz“, wie der frühere Flughafen einst genannt wurde, ist damit aber noch lange nicht beendet. Geplant ist der Bau von 500 Wohnungen in mehreren Häusern zwischen den alten Flughafengebäuden und dem Areal des Möbelhändlers „Ikea“. In einem „Masterplan“ auf der Homepage der „S-Rhein-Estate“ ist für diesen neuen Gebäudekomplex das Unternehmen „Zech-Group“ als Bauträger eingetragen. Auf demselben Plan findet sich auch schon das markante „Aldi“-Logo an der ehemaligen Flugzeughalle.

Freude darüber, vielleicht bald eine Einkaufsmöglichkeit in unmittelbarer Nachbarschaft zu haben empfindet auch Anwohnerin Antje Weinz. „Wir warten ja schon ziemlich lange darauf“, sagt sie. Der lange gehegte Wunsch vieler Familien, einen Spielplatz für die Siedlung zu bekommen, scheint ebenfalls bald Wirklichkeit zu werden. Dazu soll eine Fläche an der Rita-Maiburg-Straße ausgebaut werden. Dort ist schon ein provisorischer Spielplatz. In der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung Ehrenfeld befassen sich die Politiker mit dem Thema. Das nötige Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans soll auf Vorschlag der Verwaltung schneller durchgeführt werden. So könnten weitere Planungen durch das Amt für Kinderinteressen schon nach den Sommerferien in Angriff genommen werden.

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