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Technologie-StandortHightech soll Biocampus retten

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Das Hauptgebäude des Biocampus Cologne in Bocklemünd-Mengenich

Bocklemünd/Mengenich – Es hatte ein sogenanntes Geschmäckle, wie man im Schwäbischen sagt. Als die Stadt Köln vor gut eineinhalb Jahren die Biocampus Cologne Grundbesitz GmbH & Co KG der Sparkasse Köln-Bonn abkaufte, gab es einige Kritiker im Rathaus. Sie hielten den Kaufpreis von 20,9 Millionen für ein Unternehmen, das jährlich rund zwei Millionen Euro Verlust macht, für überzogen. Die Stadt rechtfertigte den Kauf damals damit, dass das neue Gründerzentrum auf dem Nattermann-Areal in Bocklemünd-Mengenich der Wirtschaftsförderung diene. Dort sollten ein starkes Netzwerk aus Wissenschaftlern und Unternehmen der Biotechnologie entstehen und innovative Produkte entwickelt werden. „In solche Strukturen lohnt es sich als Stadt zu investieren“, sagte Wirtschaftsdezernentin Ute Berg, die zugleich Geschäftsführerin des Campus ist. Köln solle mit Hilfe des Areals eine führende Position auf dem Gebiet der ausgewiesenen Zukunftstechnologie einnehmen.

Aber der Biocampus entwickelte sich nicht ganz so wie vonseiten der Stadt geplant. Zurzeit sind nur 18 Unternehmen angesiedelt. Sie erforschen, wie Krankheiten besiegt werden können und wie man deren Entstehung verhindern kann. Dafür werden Funktionsweisen von Genen sowie Wirkstoffe zur Behandlung von Krebserkrankungen untersucht.

Ansiedlung läuft schleppend

Aber große Teile der neuen Gebäude in Bocklemünd-Mengenich stehen nach wie vor leer. Die Ansiedlung neuer Unternehmen verläuft derzeit schleppend. Der Standort ist nicht ausgelastet, und so will die Stadt jetzt das Spektrum der Mieter erweitern. Auch andere Unternehmen – etwa aus der Hightech-Branche – sind nun willkommen. „Wir wollen den Biocampus zu einem renommierten Hightech-Standort weiterentwickeln, zu einem Innovationsmotor für Köln und die gesamte Region“, erklärt Berg den Wandel.

Um das Projekt in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, soll nun auch eine neue Veranstaltungsreihe helfen. „Wir wollen, dass die Menschen wissen, was bei uns passiert. Und wir wollen deutlich machen, dass sie davon profitieren“, so Berg.

Wann die Stadt jedoch mit dem Campus Geld verdient oder zumindest die Kosten gedeckt werden, bleibt ungewiss. 2013 müssen erneut 2,6 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert werden. In den folgenden Jahren sollen sich die prognostizierten Investitionen auf 1,8 Millionen Euro pro Jahr reduzieren.

Das Ziel der Kostendeckung ist dabei lediglich erwünscht, nicht zwingend und vor allem nicht absehbar. Auch in Zukunft werden wohl eher Gelder zur Schaffung und Erhaltung der Struktur benötigt, als dass der Campus welches abwerfen würde.