Venatorpark in Köln-EhrenfeldBauarbeiter warten seit Monaten auf Lohn

Die Baustelle an der Oskar-Jäger-Straße.
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Ehrenfeld – Unter dem klangvollen Namen „Venatorpark“ entsteht an der Oskar-Jäger-Straße in Ehrenfeld nahe dem Melatengürtel eine Wohnanlage mit 179 Wohnungen. Weniger schön klingen die Vorwürfe, die fünf portugiesische Bauarbeiter erheben, die seit dem Sommer auf der Baustelle gearbeitet haben. Seit September kämpfen sie um ihren vertraglich zugesicherten Lohn. Der Bauunternehmer habe sie bislang nur mit Abschlägen abgespeist. Die Höhe der Gesamtforderung liege aber immer noch bei rund 15 000 Euro. Den Anspruch auf die Lohnzahlung machte die Gewerkschaft IG Bau beim Generalbauunternehmen Depenbrock geltend. Die Verhandlungen sind zäh. Den Arbeitern bleibt nichts übrig als zu warten. Sie hätten sonst längst die Heimreise zu ihren Familien angetreten.
„Will Weihnachten zuhause sein“
Laurentino sa Ferreira e Sousa ist einer der geprellten Arbeiter: „Ich möchte am Ende der Firma Depenbrock »Danke« sagen können, wenn wir das bekommen, was uns zusteht. Mehr wollen wir nicht.“ Zutiefst dankbar zeigten sich die Arbeiter bereits über die Geste eines Ehepaars aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Das Paar war auf den Fall aufmerksam geworden und spendete spontan eine hohe Summe. „Das war großartig, aber es geht doch nicht um eine schöne Weihnachtsgeschichte, sondern um Gerechtigkeit“, sagt Laurentino. Wie seine Kollegen habe er in der Heimat inzwischen Schulden, die beglichen werden müssen. Weihnachten möchte er daheim verbringen.Das Kölner Büro der IG Bau steht in engem Kontakt mit der Firma Depenbrock Systembau aus Stemwede in Ostwestfalen. „Auch wenn, wie in diesem Fall, ein Subunternehmer die Arbeiter nicht bezahlt hat, ist der Generalunternehmer rechtlich in der Verantwortung“, erklärt Gewerkschaftssekretär Damian Warias. Bislang konnte die IG Bau nur einen Teil der Löhne erstreiten, da Depenbrock Abschläge zahlte.
Über die Rechtmäßigkeit des Anspruchs verhandeln Gewerkschaft und Bauunternehmen. Während Damian Warias von „Verzögerungstaktik“ spricht, stellt Thomas Knöbig, Geschäftführer von Depenbrock Systembau klar: „Sollte sich heraus stellen, dass diese Forderungen begründet sind, werden wir unseren Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Arbeitnehmern in berechtigter Höhe nachkommen“. Depenbrock will dann die Summe bei einem Nachunternehmer aus Düsseldorf geltend machen, der seinerseits eine portugiesische Firma beauftragt hatte, die die fünf Arbeiter schließlich um Teile des Lohns geprellt haben soll.
