Die Architektur für das neue Migrationsmuseum in Köln hat einen Design-Preis gewonnen, wegen des „respektvollen Umgangs mit dem Bestand“.
Museum Selma des DomidEntwurf für Kölner Migrationsmuseum erhält German Design Award

Der Entwurf für das Museum Selma in Kalk.
Copyright: Visualisierung: Atelier Brückner
Der Architekturentwurf für das Kölner Migrationsmuseum Selma hat den German Design Award 2026 erhalten. Das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (Domid) hinter dem geplanten Museum hatte sich wie berichtet im März dieses Jahres für den Entwurf des Atelier Brückner entschieden. Das europaweit erste Museum für Migration entsteht in den kommenden Jahren in einem Teil der Hallen Kalk.
Die Jury des Design-Preises begründet die Auszeichnung in der Disziplin Architektur so: „Die konsequente Integration nachhaltiger Materialien und der respektvolle Umgang mit dem Bestand prägen Museum Selma auf eindrucksvolle Weise.“ Besonders hervorzuheben sei die „authentische Verbindung von Architektur, Geschichte und Teilhabe“.

Unter dem Glasdach der alten Industriehalle in Köln soll die Ausstellung über die Migrationsgeschichte Deutschlands entstehen.
Copyright: Visualisierung: Atelier Brückner
Michel Casertano, Projektleiter des nun ausgezeichneten Atelier Brückner, sagt: „Im Museum Selma wird Migrationsgeschichte als integrativer Teil der deutschen Geschichte erlebbar.“ Dabei fungiert der Ort selbst schon als eine Art erstes Ausstellungsobjekt: In den Industriehallen in Kalk arbeiteten viele Migrantinnen und Migranten, deren Geschichten das Domid weitererzählt.
Museum Selma soll ab 2029 in Köln öffnen
Das Glasdach der Hallen des künftigen Museums, gebaut in den Jahren 1913 bis 1916, wird erneuert und teilweise geöffnet. Im Inneren sollen Ausstellungsräume aus Holz entstehen. Prämisse ist, dass sich im Museum Selma Menschen begegnen: Große Teile der Museumshallen werden frei zugänglich sein und als Veranstaltungsorte fungieren.

Die Holzräume für die Ausstellung sollen in die Industriehalle hineingebaut werden.
Copyright: Visualisierung: Atelier Brückner
Das Archiv des Domid zählt aktuell 150.000 Objekte vor allem aus dem Privatbesitz von Menschen mit Migrationsgeschichte aus ganz Deutschland, noch befindet es sich in den Räumen des Bezirksrathauses Ehrenfeld. Der Verein trägt seit den 1990ern mit eigenen Ausstellungen und durch Unterstützung von Ausstellungen anderer Museen zur Sichtbarmachung der Migrationsgeschichte der Deutschen bei. Die Sammlungen dient auch Forschern und zum Beispiel Filmemachern als Recherchegrundlage. Das eigene Museum soll nach jetzigem Zeitplan 2029 eröffnen und der Trägerverein Domid samt Archiv dann komplett dorthin ziehen. Baustart ist für 2027 geplant.
Yordanos Asghedom, Projektleiterin Museumsbau des Domid, sagt über den gewählten und nun ausgezeichneten Entwurf: „Durch die modularen Holzeinbauten entsteht ein nachhaltiger Kulturbau, der die besondere Verantwortung betont, die wir als Museum für kommende Generationen haben.“ Der German Design Award wird seit 2012 vom German Design Council verliehen. Die Preisverleihung findet am 6. Februar 2026 statt.


