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Feuerwehr-Chefin für einen Tag

Mit Daniel Wauben (l.) und Oliver Krause zeigt Amelie Reuter ihr Zertifikat. Zuvor musste sie ein qualmendes Fass löschen.

Mit Daniel Wauben (l.) und Oliver Krause zeigt Amelie Reuter ihr Zertifikat. Zuvor musste sie ein qualmendes Fass löschen.

Dormagen/Worringen –  Alles war für die Schülerin neu an jenem Tag, die Eindrücke im großen Chempark überwältigend, und sie musste sehr früh aufstehen. Dennoch zeigte sie auch nach fast zehn Stunden im Einsatz keine Anzeichen von Erschöpfung: „Der Tag hier war voller neuer Erfahrungen für mich, besonders gut hat mir die Fahrt mit dem Löschboot gefallen“, bilanziert Amelie Reuter. „Beeindruckt hat mich, welche Einheiten so alles hinter einer Werksfeuerwehr stehen.“ Momentan ist sie zwar noch nicht ganz sicher, was sie in Zukunft machen will. „Wenn ich mich jedoch in Zukunft beruflich in die Richtung orientieren will, habe ich schon einen Ansprechpartner.“

Die 17-jährige Schülerin aus Köln, die aufs Weidener Georg-Büchner-Gymnasium geht und dort auch Chemie als Leistungskursus gewählt hat, hatte auf Einladung des Chempark-Betreibers Currenta für einen Tag symbolisch den Chefposten bei der Werksfeuerwehr des dreieinhalb Quadratkilometer großen Industriegeländes auf der Grenze zwischen Köln und Dormagen übernommen, wo rund 10 000 Menschen arbeiten. Dort machte sie der eigentliche Feuerwehrchef Oliver Krause mit den Aufgaben und Örtlichkeiten vertraut. „Wir haben per Hebebühne einen Rundumblick auf das Werk aus 42 Metern Höhe gemacht und geschaut, ob alles in Ordnung ist auf dem Gelände. Dann haben wir einen Schwertransport begleitet, und sind mit dem Löschboot auf dem Rhein gefahren.“

Ein praktischer Teil des Einsatztages bestand für Reuter darin, selbst ein qualmendes Fass fachgerecht zu löschen; auf dem Hof der Feuerwehr wurde mit einer Nebelmaschine ein Ammoniak-Austritt simuliert. „Sie war super, wollte viel wissen und hat uns toll begleitet. Auch für mich war es ein schöner Tag, denn mein Job besteht normalerweise aus viel Schreibtisch-Tätigkeit.“

Mit Daniel Wauben (l.) und Oliver Krause zeigt Amelie Reuter ihr Zertifikat. Zuvor musste sie ein qualmendes Fass löschen.

Mit Daniel Wauben (l.) und Oliver Krause zeigt Amelie Reuter ihr Zertifikat. Zuvor musste sie ein qualmendes Fass löschen.

Der Praktikumstag ist Teil der jährlichen Aktion „Meine Position ist spitze!“, initiiert vom rheinischen Chemie-Netzwerk „Chem-Cologne“. Die Aktion geht bereits in ihre fünfte Auflage; im laufenden Jahr nehmen neun Unternehmen mit insgesamt zwölf Tages-Praktikumsstellen für Schüler im Alter ab 16 Jahren teil. Currenta beteiligt sich an allen drei Standorten: auch Leverkusen und Uerdingen waren dabei. „Es ist für uns eine gute Aktion, für den Chemiestandort zu werben sowie uns und die einzelnen Unternehmen in der Öffentlichkeit bekannter zu machen“, erläutert Daniel Wauben, Geschäftsführer der Chem-Cologne. Die Resonanz sei gut gewesen; positiv überrascht habe der mit 60 Prozent überraschend hohe Anteil weiblicher Bewerber auf die vorwiegend technischen Praktikumsplätze.

Amelie Reuter, Schülerin