Geldernstraße/ParkgürtelParabolspiegel sollen Angst vor dunklen Ecken mindern

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Mit dem Spiegel sollen Passanten „um die Ecke“ schauen können.

Mit dem Spiegel sollen Passanten „um die Ecke“ schauen können.

  • Parabolspiegel entschärfen potenziell gefährliche Stellen im Haltestellen-Bauwerk - Mancher Fußgänger fürchtete sich vor Überraschungs-Angriff

Bilderstöckchen/Mauenheim – Die „Toten Winkel“ an den Tunnelausgängen des Haltestellen-Bauwerks Geldernstraße/Parkgürtel sind Geschichte. Durch vier Parabolspiegel, einer an jedem der Ausgänge, wo der Fußgängertunnel wieder ans Tageslicht kommt, können Passanten nun sozusagen „um die Ecke schaue" - und sie erkennen, ob sich hinter dem um 90 Grad abknickenden Mauerwerk weitere Personen befinden.

Nachdem der Nippeser Seniorenvertreter Herbert Clasen lange für die Aufstellung geworben hatte, gab das städtische Amt für Brücken und Stadtbahnbau nach einer Zeit der Abwägung seine Freigabe; bereits kurz vor Weihnachten wurden die Spiegel aufgestellt. Nun präsentierte Clasen sie mit Uwe Grimsehl und Ralf Oeder, Mitarbeiter im Brückenamt.

Subjektives Sicherheitsgefühl soll erhöht werden

Überraschungs-Angriffe aus dem Hinterhalt auf arglose Passanten, die durch das düstere und unwirtliche Haltestellen-Bauwerk gehen, seien seines Wissens bisher zum Glück nicht passiert; die Parabol-Spiegel sollten in erster Linie das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen, erläuterte Clasen. „Es hat an der Stelle ein Vermeidungsverhalten gegeben; viele ältere Leute, mit denen ich gesprochen hatte, gingen da vor allem abends nicht mehr her“, bilanzierte er die Rückmeldungen aus dem Seniorennetzwerk Bilderstöckchen und aus der Bilderstöckchen-Konferenz.

Herbert Clasen (l.) und Ralf Oeder präsentieren einen der vier Spiegel (Foto oben). Ein Exemplar ist an jedem Ausgang des leicht gekrümmten Tunnelbauwerks montiert; sie ermöglichen es den Passanten, zurück zu schauen - und dabei gleichzeitig auch"um die Ecke" .

Herbert Clasen (l.) und Ralf Oeder präsentieren einen der vier Spiegel (Foto oben). Ein Exemplar ist an jedem Ausgang des leicht gekrümmten Tunnelbauwerks montiert; sie ermöglichen es den Passanten, zurück zu schauen - und dabei gleichzeitig auch"um die Ecke" .

Pro Stück kosten die Spiegel, die bewusst nicht aus Glas, sondern aus Kunststoff und reflektierendem Metall bestehen, inklusive Aufstell-Arbeiten rund 1500 Euro. Genau das sei der Grund gewesen, weshalb man lange gezögert habe, sie aufzustellen, so Oeder - denn die Haltestellen-Umgebung sei für Fälle von Zerstörungswut berüchtigt. „Wir haben die Situation analysiert und sind letztlich zum Entschluss gekommen, das Risiko einzugehen." Wenngleich die Spiegel nicht einfach zertrümmert werden könnten, gebe es kein Material, das komplett gegen mutwillige Beschädigung gefeit sei - etwa durch Zerkratzen, Besprühen oder Bekleben.

Weitere Verbesserungen in Vorbereitung

Weitere Verbesserungen an der Haltestelle sind schon in Vorbereitung, wie Grimsehl ankündigte. Der in der Bezirksvertretung Nippes neu einberufene Runde Tisch mit den Haltestellen-Miteigentümern habe bereits einmal getagt; neben Vertretern von Stadt und Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) war diesmal auch ein Vertreter der Deutschen Bahn dabei, der in der damaligen Sitzung vermisst wurde. "Unser Ziel ist, bis zum Stadtteil-Jubiläum von Bilderstöckchen im Jahr 2019 alles hinzubekommen."

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Man sei bereits übereingekommen, die Haltestelle häufiger reinigen zu lassen und das wild wuchernde Grün rund um das Bauwerk öfter als bisher zurückzuschneiden. Auch die Lichtleiste an der Tunnelwand solle gegen ein filigraneres Exemplar ausgetauscht werden. Ebenfalls angedacht ist im Übrigen, die marode, von der Etzelstraße in Mauenheim zur Haltestelle führende Treppe zu sanieren und schadhafte Platten auszutauschen; die Stufenkanten sollen zudem farbig markiert werden, damit sie im Dunkeln besser sichtbar sind.

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