„Himmel und Kölle“Mark Weigel steht zum ersten Mal auf Kölner Bühne

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Mark Weigel (r.) in seiner Rolle als Taxifahrer

Köln – Wenn am kommenden Montag in der Volksbühne am Rudolfplatz die Proben für die Wiederaufnahme des Musicals „Himmel und Kölle“ beginnen – mit Regisseur Gil Mehmert und dem gleichen Ensemble aus dem Vorjahr – ist der in der Kölner Innenstadt wohnende Schauspieler und Sänger Mark Weigel (52) noch nicht dabei. „Ich habe derzeit noch Engagements in Österreich und Süddeutschland. Aber rechtzeitig zu den Previews und der Premiere am 20. August stehe ich wieder auf der Bühne“, sagt er im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Schon im Herbst 2020, als das Stück aufgrund der Corona-Beschränkungen nur an vier Abenden gezeigt werden konnte, hatte er sich sichtlich auf die Produktion gefreut. „Ich lebe inzwischen seit 24 Jahren in dieser Stadt, hatte aber zuvor noch nie in Köln auf einer Bühne gestanden.“ Doch bei den wenigen Vorstellungen von „Himmel und Kölle“ mit der von Moritz Netenjakob und Dietmar Jacobs geschriebenen Geschichte über einen jungen und naiven katholischen Pfarrer, der nach Köln versetzt wird und in einen feierwütigen Junggesellinnen-Abschied gerät, hatte sich Weigel gleich zu einem der erklärten Lieblinge des Publikums entwickelt.

Neun unterschiedliche Rollen

Mit jeweils unterschiedlichen Dialekten („So was habe ich einfach auch sprachlich gut drauf. Ich habe keine Berührungsängste mit Dialekten“) schlüpft er in dem Stück in neun unterschiedliche Rollen – vom Kardinal und einem FC-Fan bis hin zum genervten Taxifahrer. Der ist seine Paraderolle. Die Sprüche des aus Sachsen stammenden Taxifahrers (Weigel: „Fremder kann man doch in Köln nicht sein“) kommen bei den Zuschauern gut an, weil sie den Nerv vieler Autofahrer in der Stadt treffen.

Linksabbiegen in Köln

So mokiert er sich über die recht eingeschränkten Möglichkeiten des Linksabbiegens. „In jeder anderen Stadt der Welt kannst du links abbiegen. Aber in Köln? Nirgendwo. Du fährst irgendwohin, wo Du weißt, da kannste links abbiegen, dann sind da Filmdreharbeiten oder ein Marathonlauf oder Lukas Podolski macht nen Sushi-Laden uff – zack, für Linksabbieger gesperrt. Du kannst nicht links abbiegen. Da wirst du bekloppt.“ Und auch zu den Fahrradspuren auf den Ringen hat er eine klare Meinung. „Ich fahr’ nicht mehr über die Ringe. Überall Tempo 30. So eine Scheiße. Da wirst du ständig von Radfahrern überholt. Das ist doch eine Demütigung.“

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Der Taxifahrer sei eine dankbare Rolle („Die liebe ich heiß und innig“) und die werde er sich, genau wie die anderen Figuren, im Schnellverfahren wieder aneignen. Doch zunächst stehen noch andere Stücke und gar eine Uraufführung an. So übernimmt er in der nächsten Woche bei einem Festival in Bad Ischl im Salzkammergut die Hauptrolle des Franz Lehár in einer musikalischen Hommage „Dein war mein ganzes Herz“ an den berühmten Operetten-Komponisten. Und am Wochenende ist Weigel noch bei den Luisenburg-Festspielen im Wunsiedel (Fichtelgebirge) in „Der Name der Rose“ und „Zucker“ zu sehen.

Auftritte in Altersheimen

„Ich habe grad’ viel an der Hacke, bin in den letzten Wochen 7.000 Kilometer hin- und hergefahren. Alle Theater wollen gleichzeitig wieder aufmachen. Coronabedingt ausgefallene Stücke werden nachgeholt oder neue ins Programm genommen.“ Auch in der Corona-Pause war Weigel aktiv. Mit Kollegen der Oper in Essen hatte er „Hänsel und Gretel“ und „Die Zauberflöte“ jeweils auf ein Vier-Personen-Stück reduziert. „Damit sind wir dann durch die Altenheime gezogen. Die Senioren waren ja als Erste geimpft und durften uns zuschauen.“ Da Weigel schon lange für eine Produktion in Hamburg zugesagt hatte – für das Zwei-Personen-Stück „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ mit Gila von Weitershausen – wird er im September und Oktober einige Zeit in Köln fehlen. Dann übernimmt Martin Planz seine Rollen. Im November ist Weigel zurück in Köln und spielt durch bis Ende Februar.

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