Initiative in Köln-EhrenfeldAutofreie Sonntage für die Venloer Straße im Sommer

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Ehrenfeld

Die Venloer Straße in Köln-Ehrenfeld.

Ehrenfeld – Vom „Tag des guten Lebens“, an dem der östliche Teil Ehrenfelds frei von Autos war, zehren sie immer noch. Eine Initiativgruppe – größtenteils aus Menschen, die schon den Aktionstag im Sommer 2013 mit ausgerichtet haben – setzt sich jetzt für das Projekt „50823 Boulevard Ehrenfelder Freiheit“ ein. Das Ziel: Eine autofreie Venloer Straße zwischen Piusstraße und Ehrenfeldgürtel in den Sommermonaten. Jeweils von samstags 17 Uhr bis sonntags 17 Uhr soll der Kraftfahrzeugverkehr draußen bleiben.

Die Stimmung in der Gruppe ist euphorisch: „Ich habe innerhalb weniger Stunden mehr als 600 Unterschriften gesammelt“, sagt Pädagogin Corinna Roll. Martin Herrndorf, Projektentwickler für soziale Innovationen, fügt hinzu, dass es auch bei den bisherigen informellen Gesprächen mit Anliegern an der Venloer Straße ausnahmslos Zustimmung für die Idee gebe.

Gastronomen würden profitieren

„Sonntags würden vor allem die Gastronomen profitieren. Aber auch die anderen Geschäftsleute sehen es positiv, wenn die Straße vielfältig und attraktiv genutzt wird – auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten.“ Mit Plakaten, Flyern, Unterschriftslisten und der Teilnahme am Bürgerhaushaltsverfahren machen die Initiatoren Werbung für ihre Idee.

Ähnlich wie auf der Kitschburger Straße in Lindenthal soll es eine wöchentliche routinemäßige Sperrung geben. Dass die Venloer Straße als Bundesstraße und Haupteinkaufsstraße eines Stadtteils nicht unbedingt mit einer Straße vergleichbar ist, die durch den Stadtwald verläuft und praktisch keine direkten Anwohner hat, beschäftigt die Initiatoren nicht.

„Zeigen, wie viel Freiheit man erhält“

„Es geht darum, den Menschen zu zeigen, wie viel Freiheit man erhält, wenn der Autoverkehr mal draußen bleibt. Man könnte die Straße ohne Lärm und die Abgase des Verkehrs ganz anders als sonst erleben“, sagt Kommunikationsberaterin Ute Symanski.

Der autofreie Tag in Ehrenfeld soll aber nicht nur Spaß bereiten. Auch zum Klimaschutz sowie zur Reduzierung von Feinstaub und Stickoxiden soll er ein Beitrag sein. „Wir stellen uns vor, dass man es zunächst einen Monat ausprobieren sollte. Am besten schon im nächsten Sommer“, sagt Martin Herrndorf.

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