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Molis-Hof in Rath-HeumarKritik beschäftigt nun Verwaltung

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Haben Beschwerden der Anwohner in der Bezirksvertretung zum Thema gemacht: Marco Pagano und Clemens Müller (r.) am Molis-Hof.

Rath-Heumar – Der Betrieb eines Reiterhofes sorgt mehr und mehr für Unruhe im Stadtteil. Die Situation rund um den Molis-Hof ist schon seit einigen Monaten recht angespannt, denn die Anwohner der umliegenden Neubausiedlung fühlen sich durch die Aktivitäten auf dem Reiterhof massiv gestört und belästigt. Die Bürger klagen etwa über Lärm und Partys bis weit in die Nacht, über Dreck und Gestank sowie teils chaotische Verkehrsverhältnisse durch die Besucher des Reiterhofes.

Zweimal habe man bereits das Ordnungsamt angeschrieben, einmal das Umweltamt, doch jeweils keine Antwort erhalten, klagen einige Anwohner, die ihren Namen nicht nennen wollen, weil sie aus dem Umfeld des Reiterhofes schon mehrfach bedroht worden seien. Nur das Bauamt habe auf ein Schreiben reagiert und mitgeteilt, dass man derzeit mangels Personals nichts unternehmen könne.

Störungen reduzieren

„Eine unmögliche Situation. So kann man nicht mit den berechtigten Klagen der Bürger umgehen“, sagt Bezirksvertreter Marco Pagano (SPD). Darin ist er mit seinem Gremiumskollegen Stefan Clemens Müller (CDU) einer Meinung – beide wohnen ebenfalls in dem Stadtteil. Sie setzten in der Bezirksvertretung Kalk einen Dringlichkeitsantrag durch, um die Forderungen der Bürger zu unterstützen und Störungen durch den Molis-Hof zu reduzieren.

„Das geht über einen normalen Nachbarschaftsstreit weit hinaus“, sagt Müller. Und Pagano ergänzt, dass sich der Pächter des Reiterhofs trotz mehrfachen Alarmierens von Polizei und Ordnungsamt „nach wie vor uneinsichtig“ zeige. Es sei ein Maß erreicht, dass ein kurzfristiges Eingreifen der Verwaltung erfordere. Darüber hinaus gebe es derzeit keinen Ansprechpartner, da sich Gesprächsversuche mit dem Pächter als schwierig herausstellten – er seit nur selten in Rath-Heumar anzutreffen und auch sonst kaum erreichbar, heißt es im Anwohnerumfeld.

Heinrich Molis, der Besitzer des Hofes, sei mit der derzeitigen Situation „mehr als unglücklich“. Aufgrund eines noch anhängigen Gerichtsverfahrens wolle er sich dazu aber nicht konkreter äußern. Eigentümer Molis, soviel teilen die beiden Bezirksvertreter mit, habe gegen den derzeitigen Pächter des Reiterhofes eine Klage auf Räumung angestrengt – wegen angeblich ausstehender Pachtzahlungen. Der Pächter habe im Gegenzug den Besitzer auf Zahlung einer Entschädigung für seine Investitionen verklagt – ein Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ dazu lehnte er allerdings ab.

Bebauungsplan für die Neubausiedlung

Pagano und Müller wollen nun „der Verwaltung ständig auf den Füßen stehen und kontrollieren, dass der Beschluss der Bezirksvertretung schnell umgesetzt wird.“ Zunächst müsse geklärt werden, wie der Reiterhof in den Bebauungsplan für die Neubausiedlung integriert sei und welche Genehmigungen für den Betrieb und die zum Reiterhof gehörenden Gebäude Bestand hätten. „Damals soll von zwei Pferden die Rede gewesen sein“, so Pagano. „Heute stehen hier mindestens zehn.“

Der Hof habe allerdings schon gestanden, als das Umfeld mit Ein- und Zweifamilienhäusern neu bebaut wurde. Die Verwaltung solle genau prüfen, welche der heutigen Bauten auf dem Molis-Hof unter den Bestandsschutz fallen und welche nicht. Geklärt werden soll auch, ob es in der Vergangenheit zu einer Ausweitung der genehmigten Nutzung gekommen sei.

Auch die Anwohner wollen den Reiterhof selbst dort nicht vertreiben. Laut Müller bestehen sie jedoch „auf einem friedlichen Miteinander und einem normalen nachbarschaftlichen Verhalten“. Den Bezirksvertretern gehe es nun darum, dass „sich die Verwaltung schützend vor die Anwohner stellt und es zu einer kooperativen Lösung mit dem Pächter kommt.“

Wichtig sei den Lokalpolitikern Pagano und Müller, im Umfeld des Reiterhofs wieder dauerhaft ein „vernünftiges Wohnen“ zu ermöglichen. Ein erster Lösungsvorschlag liegt bereits vor: Die Verkehrsprobleme im Bereich des Wendehammers und der Stichstraße vor dem Reiterhof könnten mit einem Parkverbot-Schild weitgehend eingedämmt werden.