„Ignorieren geht nicht“Kölner Brauchtumsverein richtet nach 11.11. Appell an die Stadt

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Tausende Feiernde stehen dicht gedrängt auf der umzäunten Uni-Wiese

Die Uni-Wiese diente am 11.11. erneut als Ausweichfläche.

Der Verein der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums hat sich nach dem 11.11. mit klaren Forderungen zu Wort gemeldet.

Nach dem Karnevals-Auftakt am 11.11. mit geschätzt mehr als 100.0000 Feiernden fordert auch der Verein der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums eine Abkehr vom bisherigen Konzept der Stadt Köln. Zuvor hatten dies bereits Vertreter des Festkomitees sowie Gastronomen gefordert, um vor allem das Uni-Viertel rund um die Zülpicher Straße zu entlasten.

Bereits im vergangenen Jahr habe man unter dem Titel „Der 11.11. braucht Hilfe“ ein Fachgespräch zwischen Wissenschaftlern, Stadtverwaltung, Festkomitee, Hotel- und Gaststättenverband sowie Karnevalsvereinen veranstaltet, wie Vorstandsvorsitzender Bernhard Conin am Dienstag, 14. November, gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mitteilt.

11.11. in Köln: Brauchtums-Verein fordert neues Konzept

„Das Ergebnis war deutlich: Wir müssen auf die geänderten Feiergewohnheiten am Elften im Elften reagieren. Gefahrenabwehr reicht nicht aus, um den Sessionsauftakt wieder in den Griff zu bekommen“, so Conin. Die vergangenen Jahre hätten deutlich gezeigt, dass es  professionelle Strukturen und professionelle Veranstalter brauche.  „Andere Städte – etwa München mit dem Oktoberfest – zeigen, dass dieser organisatorische Aufwand Früchte trägt.“

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Auf der Zülpicher Straße, im Grüngürtel und den umliegenden Straßen sei vom eigentlichen Brauchtumskontext kaum etwas zu spüren. „Vor dieser Entwicklung die Augen zu verschließen, ratlos mit den Achseln zu zucken oder es zu ignorieren, geht nicht“, appelliert Conin an die Stadt.

In dem Zusammenhang erinnert Conin an die Gründung der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums. Der Verein war 1932 zur Erhaltung und Erneuerung des ursprünglichen Volkskarnevals ins Leben gerufen worden. Conin: „Auch damals schon war eine gesamtstädtische Anstrengung notwendig, um den Brauchkomplex Karneval in seiner Entwicklung zu unterstützen.“ Der Verein werde auch in diesem Jahr bereit sein, an neuen Konzepten tatkräftig mitzuarbeiten. 

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