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Tränen zum AbschiedGründungsmitglied der Rabaue verlässt Kölner Kultband

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Die Rabaue stehen zum Gruppenfoto im Foyer.

Die Rabaue mit Albert Detmer (M.). Der Schlagzeuger hört nach der Session auf.

Die Band Rabaue verliert nach der Session eines ihrer Gründungsmitglieder. Schlagzeuger Albert Detmer steigt nach 25 Jahren aus.

Er ist normalerweise eher der Musiker, der sich im Hintergrund hält. Doch bei der Mädchensitzung, die die KG Treuer Husar Blau-Gelb und die Große Allgemeine wieder gemeinsam im Hotel Pullman gefeiert haben, musste er ganz vorn an die Bühne.

2001 war Albert Detmer einer von vier Gründungsmitgliedern der Stimmungsband Rabaue. Von „Pizza Hut“ über „Insellied“ bis zum aktuellen Sessionskracher „Baila, Baila Kölsch“ hat die Band unzählige Hits gelandet.

Nach 25 Jahren und über 5000 Live-Auftritten hat sich der Schlagzeuger nun entschieden, aus der Band auszusteigen. Der Berufsmusiker aus Hackenbroich befindet sich derzeit auf Abschiedstour mit den Rabaue. An Karnevalssonntag steht in der Stadthalle bei „Fastelovend famos“ von der Kölschen Narren-Gilde sein allerletzter Auftritt an.

Rabaue-Schlagzeuger: „Ich bin jetzt im Rentenalter“

Vor zwei Jahren musste Detmer am lädierten rechten Knie operiert werden und fiel acht Wochen lang aus. „Da habe ich mir gedacht, dass es langsam Zeit wird, meinen Abschied einzuläuten“, sagt der 66-Jährige. „Ich bin jetzt im Rentenalter, da kann man aufhören. Und nun gibt es kein Zurück mehr.“

Jetzt, wo das Aus immer näher rückt, überschlagen sich die Gefühle beim Urgestein. „Ich bin seit der ersten Stunde der Rabaue dabei. Im Karneval wäre ich auch gerne weiter mit am Start. Aber ich wünsche mir auch mal eine längere Auszeit im Jahr. Die gibt es nur nicht mehr, weil die Band inzwischen permanent gefragt ist.“

Alexander Barth zusammen mit Albert Detmer auf der Bühne.

Frontmann Alexander Barth (l.) hat Spaß beim Auftritt mit Schlagzeuger Albert Detmer.

Die Rabaue, die in früheren Jahren gerne als Stimmungs-Coverband verspottet wurden, sind aktuell zum 25. Jubiläum erfolgreich und gefragt wie nie. „Das sorgt dafür, dass mein weinendes Auge derzeit dominiert“, sagt Detmer. „Aber man sagt doch gerne, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist.“

Nach der Session will der Schlagzeuger erst einmal viele Reisen unternehmen. Sein Nachfolger in der Gruppe wird bei der Kölschen Woche in Hintertux einsteigen. Peter van den Brock bleibt als dann letztes Gründungsmitglied an Bord. „Ich habe noch Lust und mache noch weiter. Ich bin schließlich erst 64 Jahre alt“, sagt „Funny“ lachend.

Ein historisches Bandfoto der Rabaue.

So fing alles einmal an. Die Rabaue vor 20 Jahren mit Albert Detmer (2.v.l.).

Für Detmer gab es von seiner Gesellschaft, dem Treuen Husar, wo er ebenfalls seit 25 Jahren Mitglied ist, bei der Mädchensitzung noch einige Überraschungen. Eigentlich hätte er beim vergangenen Korpsappell mit der silbernen Vereinsnadel ausgezeichnet werden sollen.

Doch da er an dem Abend mit der Band im Einsatz war, schritten Präsident Markus Simonian und der erste Vorsitzende Berthold Diller nach dem Auftritt auf der Bühne zur Tat. Sie übergaben nicht nur die silberne Vereinsnadel, sondern auch den Sessionsorden, die Jubiläumschronik sowie eine Flasche des limitierten Jubiläums-Gins der Gesellschaft.

„Albert hatte aber noch einen großen Wunsch“, verriet Simonian. „Er wollte immer mal mit uns am Rosenmontagszug teilnehmen.“ Dieser Traum wird nun Realität. Zur Musikerrente darf der Rabaue-Schlagzeuger gemeinsam mit dem Tanzpaar auf dem Festwagen des Treuen Husaren mitfahren.

„Ich freue mich tierisch“, sagte er mit Tränen in den Augen. „Ich war schon mehrmals beim Zoch, aber noch nie auf einem Wagen.“ In Gruppe 37 wird es am 16. Februar passieren.