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Karnevalszug in LiburSüßes Wunder auf dem Straßenpflaster

2 min

Der Zug in Libur stoppte oft, um die Zuschauer mit Süßem zu bewerfen.

Libur – Was tun zwei Dinosaurier, eine gute Fee und ein Polizist auf dem Spielplatz? Sie warten auf den Zug. Der Liburer Kinderzug, der am Karnevalsfreitag das ganze Dorf auf die Beine bringt, startet traditionell am Spielplatz Heckenweg. Da müssen sich die kleinen Narren nicht langweilen, bis Claus Jansen das Startsignal gibt. Die plüschigen Saurier und ihre Freunde im Kindergarten- und Grundschulalter gönnen sich noch eine Rutschpartie, und dann hinein ins jecke Abenteuer. Fast 150 Kinder und viele dazugehörige Eltern bilden einen prächtig bunten Zug. Egal wie weit Toni Tong am Musikwagen den Lautstärkeregler aufdreht – die Kamelle-Rufe der Pänz übertönen mühelos die Hits von Fööss oder Räubern.

In Libur sind es nämlich die Anwohner des Zugweges, die Süßigkeiten auf die Zugteilnehmer niederregnen lassen. Mit Eimern und voluminösen Tüten stehen die Erwachsenen am Straßenrand und zielen ihre Würfe mal in die Taschen der größeren Kinder, mal direkt vor die Füße von Vierjährigen, die ihr Glück über das süße Wunder auf dem Asphalt kaum fassen können. Alles jubelt, alles lacht. In den Garagenzufahrten haben manche Anwohner Tische aufgebaut, an denen sie Freunde beim Warten auf den Zug bewirten. Zugleiter Jansen hat auch die Nachzügler im Blick und bittet Kamellewerfer, ein paar Handvoll Süßes für die Kleinen zu verwahren, die ganz hinten noch schüchtern an Mamas Hand daherkommen.

Nach kaum 200 Metern, für die der Zug knapp eine halbe Stunde braucht, sind die Tüten der eifrigen Sammler bereits gut gefüllt. Die größeren Kinder haben Zweit-Tüten dabei; sie wissen schon: Da kommt noch viel mehr, denn es ist ja so weit durch ganz Libur bis zum Pfarrheim.

Ein silbern gepanzerter kleiner Ritter hat schon nach der zweiten Straßenecke genug Süßes und so viele Eindrücke gesammelt, dass er nur noch auf Papas Arm will. „Nach Hause“, bittet er müde und reicht der Mama seine Tüte. „Aber die Lutscher trag ich selber“. (bl)