Archäologischer Fund in KölnRömischer Sarkophag soll in Schule ausgestellt werden

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Mit einem Bagger wurde der spätrömische Sarkophag bereits im Juli 2020 geborgen. Die Ergebnisse der Grabung wurden nun veröffentlicht. 

Köln – Archäologen haben bei Ausgrabungen auf dem Gelände der Kaiserin-Augusta-Schule in der Südstadt einen spätrömischen Sarkophag gefunden. Den größten Teil der Beigaben zum „Leben im Jenseits“ für einen Bürger aus spätrömischer Zeit hatten Grabräuber bereits beim ersten Mal entwendet, als sie die Ruhe der Kölner Grabstätte am Georgsplatz störten.

Viel später, Mitte des 19. Jahrhunderts, nahm die mutmaßlich zwischen den Jahren 305 und 310 nach Christus und von einer kleinen Mauer umrandeten Grabstelle im „Suburbium“, der Vorstadt der damaligen römischen Hauptsiedlung auf Kölner Stadtgebiet, erneut Schaden.

Diese längst vergangenen Ereignisse hat ein Team Kölner Archäologen vom Römisch Germanischen Museum unter Leitung von Marcus Trier im Sommer 2020 rekonstruiert, nachdem es bei Ausgrabungen auf dem Gelände der heutigen Kaiserin-Augusta-Schule auf einen Sarkophag aus rotem Sandstein gestoßen war.

Die kleine Grabstätte wurde beim Erweiterungsbau für das Gymnasium entdeckt. Eine Ecke des Deckels war aufgebrochen worden, in dem aus rotem Sandstein aus der Eifel gefertigten Sarg fanden die Archäologen nur die durchwühlten und unvollständigen Gebeine des Leichnams.

Edle Flüssigkeiten und etwas Schmuck 

In einer Nische kamen jedoch mehrere Gefäße und Teller aus Ton und Glas sowie Bronzebeschläge zum Vorschein. Außerdem sechs etwa 15 Zentimeter große sogenannte „Tränenkrüglein“, kleine Keramik-Phiolen, die Trier zufolge zu der Zeit üblicherweise Grabbeigaben waren und die zumindest darauf hin deuten, dass eine Frau in dem Sarkophag bestattet worden war.

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„Nicht die erste Liga der damaligen römischen Gesellschaft“, wie der Museumsleiter sagt, aber edle Flüssigkeiten und etwas Schmuck sei bei Damen des gehobenes Bürgertums Anfang des vierten Jahrhunderts eine gängige Bestattungsgabe gewesen.

Vorstadt-Grabstätten ähnlich der am Georgsplatz waren dem Experten zufolge in der Epoche keine Seltenheit. „Nur die wirklich reichen Bürger konnten sich eine Bestattung auf den großen Friedhöfen leisten, von denen uns die nahe der Severinstraße und an wenigen anderen Orten des Stadtgebiets bekannt sind.“

Trier hätte die Ruhe des Grabes lieber nicht zum dritten Mal stören müssen. „Die Grundsätze des Denkmalschutzgesetzes besagen, dass nicht so viel, sondern so wenig wie möglich ausgegraben werden soll. Denn so bleibt das Kulturgut für spätere Generationen erhalten, die es sicher technisch besser und behutsamer und konservieren können.“

Im Fall des Sarkophags steht nun ein langer Handarbeitsprozess an, bei dem wohl bis Ende 2021 restauriert und analysiert wird. Die Fundstücke werden dann in den Depots konserviert und teils in Ausstellungen des Museums zu sehen sein. Auch dem von der Kaiserin-Augusta-Schule geäußerten Wunsch, den Sarg später auf dem Schulgelände als Exponat zu zeigen, will Marcus Trier gern entsprechen.

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