Ein neues Lied von Wolfgang Petry sorgt gerade in Köln für Aufsehen. Von einer Falschmeldung ist die Rede.
„Das ist Wahnsinn“Wie eine Meldung über ein kölsches Lied von Wolfgang Petry emotionalisiert


Wolfgang Petry singt seinen aktuellen Song op Kölsch.
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Das ist Wahnsinn, warum schickt Wolfgang Petry einige Journalisten in die Hölle? Nichts ist schlimmer, als eine Falschmeldung zu produzieren. Sich mit einem „Verlieben-verloren-vergessen-verzeihen“ rauszureden, ist da nicht. Deswegen hallt jene Meldung noch immer nach, die am vergangenen Freitag von der Deutschen Presse-Agentur in die Welt gesetzt wurde. Die an jenem Tag veröffentlichte Poprock-Ballade „Mr bruche keiner“ sei Petrys allererste Eigenkomposition in kölscher Mundart, habe die Plattenfirma Sony Music mitgeteilt.
In Essen, Gelsenkirchen oder Bottrop ist das auch deshalb eine Nachricht, weil dort noch immer viele Schlagerfans meinen, der „Wolle“ sei auf Kohle geboren. Wieso sollte so einer sonst „Wir sind das Ruhrgebiet“ singen? Kurz nach der Agentur-Meldung war auf diversen Online-Portalen zu lesen: „Wolfgang Petry komponiert nun auf Kölsch“ oder gar „Kult-Sänger veröffentlicht erstes Lied op Kölsch“.
Wolfgang Petry veröffentlicht neues Lied – op Kölsch
Spätestens da muss Petrys Kumpel Jürgen Zeltinger beim Lesen das Weißweinglas aus der Hand gefallen sein. Schließlich hatte der Kölschrocker erst im Oktober vergangenen Jahres ein von Wolfgang Petry komponiertes kölsches Lied mit dem Schlagerstar aufgenommen: „Ich wor ens ovve“ – ist auf dem aktuellen Sampler „Karneval der Stars 55“ zu hören.
Ebenso ließen der Kölner Musikproduzent Rainer Hömig und Bläck-Fööss-Urgestein Erry Stoklosa verkünden, dass ihr alter Bekannter, der als Franz Hubert Wolfgang Remling in Raderthal geboren wurde, schon zuvor Musik in kölscher Sprache gemacht habe. Auch mein Kollege und „Loss mer singe“-Spezialist Helmut Frangenberg klingelte Sonntagnachmittag durch und erinnerte an Petrys Komponistentätigkeit für gleich mehrere bekannte Kölsch-Bands. „Schötzefess“ von den Bläck Fööss wurde von ihm und anderen wie Rainer Hömig geschrieben, ebenso „Jode Lade“ von den Höhnern oder die Paveier-Nummer „Ich ben widder heim jekumme“. Petry hat auch selbst schon op Kölsch gesungen: Es finden sich im Netz Cover-Versionen von den Bläck Fööss, auch Wolfgang Petry will den Dom in Kölle lassen, weil das Bauwerk woanders gar keinen Sinn ergebe.
Wie konnte es also nur zu so einer Falschmeldung kommen? Wer die Nachricht allerdings genau liest, findet da nicht mehr viel Unkorrektes: Es handele sich um Petrys erste Eigenkomposition, heißt es da. Alle bisherigen Kölsch-Lieder hatte er offenbar im Beisein von anderen Musikern und Produzenten geschrieben. „Ich wor ens ovve“ war ein Lied für Zeltinger, bei dem Petry lediglich mitsingt. Insofern könnte „Wolles“ brandneuer Song wirklich der erste sein, der ganz allein von ihm stammt und den er ganz allein auch singt. So etwas mag man bei der Plattenfirma Sony „perfektes Marketing“ nennen – für andere ist es Wortklauberei.
Auf ksta.de übrigens lautet die Überschrift zur Agentur-Meldung: „Wolfgang Petry veröffentlicht Lied auf Kölsch“. Ich finde, das kann man so stehen lassen. Dass er damit weiter machen wird und von nun an neue Wege geht, weiß der Geier – oder weiß er nicht.

