Kritik in sozialen NetzwerkenStadt Köln lässt in Deutz Bäume für Rosenmontagszug stutzen

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Ein Steigerwagen steht auf der Deutzer Freiheit. Ein Mann steht in dem Steigerkorb und sägt Äste von Bäumen.

Die Bäume entlang der Deutzer Freiheit wurden einseitig beschnitten.

Zahlreiche Äste der Bäume entlang der Deutzer Freiheit wurden auf der Fahrbahnseite abgesägt, um Platz für die Rosenmontags-Wagen zu schaffen.

Hoch schlagen die Wellen der Empörung schon wieder auf der Deutzer Freiheit. Die ist nämlich ab sofort nicht nur auto- sondern auch astfrei. Im Auftrag der Stadt haben Mitarbeiter eines privaten Unternehmens alle Äste der Bäume entlang der Freiheit abgesägt, die in den Fahrbahnraum ragten.

Der Grund: Es musste Platz geschaffen werden für die Motto-Wagen des Rosenmontagszugs, der in diesem Jahr auf der Deutzer Freiheit startet. Abgesägt wurden auch Äste mit zehn Zentimetern Durchmesser.

Kritik an Verschrottung der Beleuchtung in Köln-Deutz

Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Die Grünen) ist irritiert. „Das hätte man früher kommunizieren müssen. Da hätte man doch andere Lösungen finden können. Ich habe mich wirklich gefreut, dass der Zug in Deutz startet. Aber das mit den Bäumen verdirbt mir ein Stück weit die Freude.“ In den sozialen Netzwerken wird vor allem kritisiert, dass nicht nur die Äste verschwunden sind, sondern auch Teile der Beleuchtung, die in den Bäumen hing.

Zu sehen ist ein Aststumpf eines Baumes mit einem Durchmesser von etwa zen Zentimetern an der Deutzer Freiheit.

Auch Äste mit einem Durchmesser von etwa zehn Zentimetern wurden abgesägt.

Daniel Wolf, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Deutz, die die örtlichen Geschäftsleute vertritt und für die Beleuchtung verantwortlich zeichnet, kann die Aufregung ein Stück weit verstehen: „Es gab ja leider nur diesen Kompromiss. Alternative wäre gewesen, dass die Beleuchtung jetzt für 16.000 Euro raus- und im November für 14.000 Euro wieder reingehangen wird.“

Bundesweite Aufmerksamkeit für Köln-Deutz

Auf die Kritik im Netz, die Verschrottung der Lichterketten sei wenig nachhaltig, reagiert Wolf gelassen: „Insgesamt gibt es 450 Lichterketten in den Bäumen. Es werden nicht mal zehn Prozent kaputt sein. Dafür kann die Beleuchtung jetzt hoffentlich bis 2025 hängen bleiben. Und mal ehrlich, die Beleuchtung hat die gesamte Straße aufgewertet und ist mit LED-Lampen der neuesten Generation ausgestattet.“ Es fielen nur 35 Euro Stromkosten pro Monat an.

Bei aller Kritik im Netz gibt es aber auch Zustimmung. „Mir haben die beschnittenen Bäume mit ihrer Beleuchtung richtig gut gefallen. Ein erster Schritt zu einer gepflegten Einkaufsstraße“, liest man da. Und ein weiterer Kommentar bezieht sich auf die bundesweite Aufmerksamkeit, die die Freiheit in Kürze erziele: „Ach, Karneval ist doch nur einmal in 200 Jahren in Düx. Da muss doch alles chic werden. Schließlich kumme mer all ins Fernsehen.“

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