Open Air an der DrehbrückeUrlaubsgefühle sorgten für stimmungsvolles Publikum

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Sängerin Lucie Licht

Deutz – So fühlt sich der Sommer an: Schuhe aus, Kölsch in die Hand und Tanzen. Und wenn es doch zu anstrengend wird, dann geht es einfach rüber in den Schatten.

Die Deutzer Drehbrücke wurde am Samstag wieder zur Festival-Kulisse, zehn Bands spielten auf zwei Bühnen. Das Open Air war der Abschluss der Kultur-Woche Sommerstart 2017. Doch das Festival am Rhein lebt vor allem von der Atmosphäre.

Urlaubsgefühle am Rheinufer

Barfuß ist Musik doch irgendwie am schönsten. Der Singer-Songwriter Sem Seiffert trug statt Schuhen lieber seine Baskenmütze, und die Besucher machten es ihm nach. Pralle Sonne und mehr als 30 Grad sorgten für Urlaubsgefühle am Rheinufer.

Dem ein oder anderen war es auf der weitgehend schattenfreien Fläche vor den Bühnen schon zu heiß. Mit fortschreitender Uhrzeit verlagerte sich die Menge dann aber von der Liegewiese immer dichter an die Bühne.

„Wir schwitzen doch eh, dann können wir auch tanzen“

Drei Schritte nach links, drei nach rechts. Rüber in den Schatten, rüber in die Sonne. Spätestens, als das Mondo Mashup Soundsystem das musikalische Kommando auf der Bühne übernahm, kam die Menge in Schwung.

Getreu dem Motto von Sängerin Lucie Licht: „Wir schwitzen doch eh, dann können wir auch tanzen“. Lob gab es am Ende des Abends vom Headliner Joel Sarakula. Ein so stimmungsvolles Publikum wie in Köln habe er schon lange nicht mehr gehabt – und er gehört nicht zu den Künstlern, die das nach jedem Auftritt sagen.

Was will der Kölner mehr?

Rechts der Dom, vorne der Rhein und links die Theke – was will der Kölner mehr? Dazwischen die beiden Bühnen und jede Menge Liegewiese.

Wer hier ein Plätzchen im Schatten gefunden hatte, konnte zwar die Bühne nicht mehr sehen, hörte die Musik aber immer noch. Und wer sich hier auf der Picknickdecke näherkam, teilte auch gerne: Das indische Cocos-Curry vom Stand oder Proviant von zu Hause.

Angesteckt von der Energie der Musiker

Von allem ein bisschen und für jeden etwas. Wer nach einer musikalischen Schublade sucht, hat es beim Open Air an der Drehbrücke erfahrungsgemäß schwer. Da waren die Singer-Songwriter Chris Heron und Luis Schwamm mit ihren beruhigenden und nachdenklichen Texten.

Soul-Sänger Joel Sarakula war für seinen Auftritt extra aus London angereist. Und da war das tobende Mondo Mashup Soulsystem. Wer hier zuhörte, wurde angesteckt von dieser scheinbar grenzenlosen Energie.

So viele Besucher, wie noch nie

Den einen ging es um die Musik, den anderen ums Chillen auf der Picknickdecke, und wieder andere kamen einfach nur spontan mit dem Rad vorbei. Doch egal, warum sie da waren, so viele Besucher wie in diesem Jahr waren es wohl noch nie.

Die Organisatoren schätzen, dass über den Tag verteilt rund 5000 Besucher an der Drehbrücke vorbeigeschaut haben. Das wäre ein neuer Besucher-Rekord.

Vor der Bühne tanzt es sich am besten

Zunächst war das Schokoladen-Eis noch spannender als die Musik. Doch weil Lucie Licht ja auf Deutsch singt, wurde es auf der Bühne irgendwann doch noch interessant.

Entspannte Stimmung an der Drehbrücke.

Während Mama und Papa entspannt in der Sonne lagen, ergriff der kleine Bela die Initiative und ging ganz nach vorne. Denn vor der Bühne tanzt es sich schließlich am besten.

Jeder soll dabei sein

Das Geld spielt keine Rolle und jeder soll dabei sein – der Verein Deutzkultur bietet Musik und Tanz vollkommen kostenlos an. Wie bei allen anderen Veranstaltungen des Sommerstart Festivals gab es auch beim Open Air an der Drehbrücke keine Kasse. Weil es Kultur komplett für lau am Ende aber doch nicht gibt, war es gut, dass doch der ein oder andere Euro zusammenkam.

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„Für uns ist das Open Air extrem wichtig, die anderen Veranstaltungen des Festivals tragen sich nicht selbst und wären ohne den Erlös aus dem Getränkeverkauf nicht möglich“, sagte Jens Hüttenberger aus dem Organisationsteam. Und weil es in diesem Jahr wieder so gut gelaufen ist, stehen die Chancen gut, dass es im nächsten Jahr mit dem Open Air weitergeht.

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