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Mini-Bib im StadtgartenProtest gegen Umzug des Bücherbüdchens

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Das hölzerne Bauwerk im Stadtgarten soll Ende Mai abgebaut und saniert werden.

Köln-Innenstadt – Ende Mai wird die Mini-Bib im Stadtgarten abgebaut und bis Ende des Jahres restauriert. Das Angebot des 2009 aufgestellten, mit zahlreichen Preisen als bundesweit einmalig ausgezeichneten und von vielen Politikern für Prestigebesuche genutzten Holzhäuschens auf einem mobilen Fundament in der Neustadt-Nord ist in diesem Zeitraum nicht verfügbar. Erst Ende des Jahres steht dann der Umzug der Mini-Bib nach Chorweiler an. Ein Umstand, den viele Mitarbeiter und Nutzer bedauern.

300 Anwohner protestieren

„Das Bücherbüdchen ist für viele Eltern ideal, die auf dem Heimweg von der Kita oder nach dem Einkauf für ihre Kinder noch schnell ein Buch ausleihen wollen“, sagt Barbara Münter, die von Anfang an als ehrenamtliche Mitarbeiterin den Bestand und die Ausleihe der Mini-Bib betreut. Sie und ihre elf Kollegen sowie zahlreiche Nutzer aus der Umgebung haben ihren Unmut über das Ende des Projekts in einer Unterschriftenliste zum Ausdruck gebracht – mittlerweile stehen darauf fast 300 Namen.

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„Es ist sehr schade, dass die beliebte Mini-Bibliothek umziehen soll“, so Münter weiter. „Nicht, weil wir das den Menschen in Chorweiler nicht gönnen, sondern weil hier etwas gewachsen ist. Statt das eine Angebot zu entfernen, sollte lieber ein zweites Häuschen errichtet werden“, sagt sie. Die Kosten für Abbau, Sanierung und Umzug würden, darin sind sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Mini-Bib einig, denen eines zweiten Standorts in etwa gleichkommen.

Mehrheit im Stadtrat für Umzug

Die Mobilität sei vielmehr von Anfang an Teil des Konzepts der kleinen Bibliothek gewesen, sagt dagegen die Stadt. Mit der Mehrheit von CDU und Grünen im Stadtrat war der Umzug trotz Protesten im Dezember 2017 im Beschwerdeausschuss beschlossen worden. „Standortwechsel der Mini-Bib können bei aller Wertschätzung für positive Entwicklungen im Standortumfeld nicht dazu führen, vergleichbare Einrichtungen zu belassen oder neu einzurichten“, teilte der Vorstand des Fördervereins der Stadtbibliothek mit. Für eine solche Daueraufgabe fehlten sowohl der Stadtbibliothek als auch dem Förderverein die nötigen Mittel und es entspräche überdies nicht den Zielen des Projekts.

Lesekultur im Park

Knapp zehn Jahre lang war die Mini-Bib als niederschwelliges kulturelles Angebot gepaart mit bürgerschaftlichem Engagement im Stadtgarten vertreten. Verantwortlich für das Projekt ist der Förderverein der Stadtbibliothek Köln, der zusammen mit der GAG und der Stadtteilbibliothek Chorweiler das neue Standortkonzept erstellt. (ihi)

Wo in Chorweiler die Mini-Bib Ende des Jahres aufgebaut wird, kann die Stadt noch nicht sagen, so Stadtsprecherin Simone Winkelhog. „Mit Chorweiler kommt sie an einen Standort, der eine niedrigschwellige Förderung besonders verdient“, ergänzt sie. Das bestreiten Barbara Münter und ihre Mitstreiter nicht. Dennoch, so lautete ihr Kompromiss-Vorschlag, hätte man zunächst mit einem Bauwagen oder Bus testen können, wie gut das Angebot dort ankommt.