Heinz-Mohnen-PlatzViertel soll eine Seele bekommen

Noch sieht er ungemütlich aus, der Heinz-Mohnen-Platz. Bald soll er endlich attraktiv gestaltet werden.
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Sülz – Im Frühjahr soll er nun endlich gestaltet werden, der Mittelpunkt für die neue Siedlung auf dem ehemaligen Kinderheim-Gelände am Sülzgürtel – der Heinz-Mohnen-Platz. Vorbei sind dann die Jahre der Schlammpfützen und des achtlos zurückgelassenen Baustellenmülls, den die Anwohner des Neubaugebiets seit Fertigstellung der ersten Häuser im Jahr 2011 bis heute hinnehmen müssen. „Das Verfahren zur Vergabe der Arbeiten läuft. Vielleicht können wir schon Anfang April anfangen“, macht Jörg Königs vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik den Bewohnern des neuen Quartiers auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ neue Hoffnung. „Zeitgleich werden wir auch wie geplant mit dem Ausbau der Anton-Antweiler-Straße beginnen, die das Gelände im Süden erschließt.“
Die Bürger bleiben skeptisch
In der Vergangenheit hatte die Stadt die Bauherren und Wohnungseigentümer der bisher rund 200 neu geschaffenen Wohneinheiten – insgesamt sollen knapp 300 entstehen – wiederholt hingehalten. Der mehrere Tausend Quadratmeter große Quartiersplatz, der nach dem Oberstadtdirektor Heinz Mohnen (1914 - 2005) benannt ist, sollte erst in 2012, dann in 2013 die Seele des Viertels werden. Im Frühjahr 2013 dann war der Unmut über das schlammige Areal inmitten schmucker Neubauten so groß geworden, dass die Lindenthaler Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker Verantwortliche und Bürger zu einem klärenden Gespräch bat.
Damals sagte Heribert Gödderz vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik, die ärgerliche Verzögerung sei Schwierigkeiten im Planungsverfahren geschuldet. „Immer wieder mussten wir die technischen Pläne bemängeln, mit deren Erstellung wir eine Firma beauftragt hatten“, so Gödderz. Nachdem die Nachbarschaft bei diesem Zusammentreffen ihrem Unmut Luft gemacht hatte, war wenigstens der gröbste Müll abtransportiert und vorab ein Straßenablauf eingebaut worden. Letzteres, damit dass Wasser versickern kann, das sich nach jedem Regen auf dem Heinz-Mohnen-Platz sammelt. Nun also wird er in Kürze befestigt und mit Bäumen bepflanzt. Bänke werden ebenfalls aufgestellt. Noch in diesem Jahr soll er Aufenthaltsqualität bieten, ein urbaner Raum für Kinderspiel und nachbarschaftliche Begegnung werden.
Doch nach den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit bleiben die Bürger skeptisch. „Noch nicht einmal die angekündigte Beispielfläche ist angelegt, auf der man sich die Muster der zu verlegenden Platten ansehen kann“, äußerte sich einer der Anwohner verärgert. Dazu sagte Königs: „Diese Musterfläche wird es nicht geben. Wir machen direkt den Endausbau.“
Im Jahr 2006 hatte das Verfahren einer Neubebauung des 4,1 Hektar großen Geländes zwischen Beethovenpark und Sülzgürtel begonnen. Zuvor hatte die Eigentümerin des Grundstücks, die Kinder- und Jugendpädagogische Einrichtung der Stadt Köln (KidS), beschlossen, das Areal zu verlassen, weil die Gebäude marode waren, eine Sanierung sich wirtschaftlich nicht gelohnt hätte. In den darauf folgenden Jahren entstand auf Grundlage eines städtebaulichen Entwurfs von Luczak Architekten in Zusammenarbeit mit FSW Landschaftsarchitekten ein vielfältiges Wohnquartier. Die insgesamt sieben Baufelder wurden an Investoren und Baugruppen veräußert. Fünf davon sind bereits fertig gestellt.
In Kürze sollen auch die unter Denkmalschutz stehenden Kinderheim-Gebäude entlang des Sülzgürtels und die Kirche „Zur Heiligen Familie“ saniert oder umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Eigentümer ist seit dem vergangenen Jahr die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Köln-Sülz, die als Nachbar des Geländes an der Anton-Antweiler-Straße ansässig ist.
