Im Selbstverlag publiziertLindenthalerin veröffentlicht ersten Roman – Tochter war ihr Antrieb

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Nießen sitzt an einer Schreibmaschine mit ihrem Buch daneben und blickt in die Kamera.

Raphaela Nießen hat drei Jahre an ihrem Fantasy-Roman gearbeitet.

Raphaela Nießen macht für ihre eigene Tochter ein Mädchen zur Retterin von Geschichten. Die Entstehungsgeschichte hinter „Lettera – Das letzte Wort“.

Die aufgeschriebenen Geschichten der Welt drohen durch die Lebensverachtung einer namenlosen Königin zu verschwinden. Als letzte Hoffnung offenbart sich Kaya, ein zehnjähriges Mädchen, das nach dem Trunk eines Tintenkleckses zwischen die schwindenden Zeilen aller Texte stürzt und dort der drohenden Leere Einhalt gebieten soll. Zu lesen ist dies im Debüt-Roman „Lettera – Das letzte Wort“ der Lindenthaler Autorin Raphaela Nießen. „Dieses letzte Wort ist der Name meiner Tochter. Ich habe das Buch für sie geschrieben, um damit meine Hoffnung auf eine friedliche Welt auszudrücken“, erzählt die 44-jährige Kölnerin.

Das knapp 400 Seiten umfassende Werk ist nahezu in Eigenregie entstanden, denn Nießen entschied sich für eine Publikation im „Book on Demand-Verlag“ (BoD, „Buch auf Bestellung“). Dabei erhalten Autoren Zugang zu multiplen Gestaltungsoptionen ihrer Werke. Nicht vergleichbar mit der individuellen Betreuung durch ein klassisches Verlagsteam, gereichen die Werke dennoch optisch den Standards der Literaturindustrie. Zudem kann die Vergabe einer ISBN (Internationale Standartbuchnummer) beantragt werden, die das Erzeugnis sowohl im Buchladen nebenan als auch über die großen Internetanbieter erhältlich machen. Die Anfertigung der Bücher erfolgt nur bei einer konkreten Bestellung und ist damit nachhaltig in Bezug auf die Schonung von Ressourcen wie etwa Holz.

„Lettera – Das letzte Wort“: Lindenthalerin lobt eigene Tochter als wichtigste Motivation

„Ich wollte einfach nicht mehr warten, bis sich jemand zu einer Veröffentlichung entscheidet. Daher habe ich neben dem Schreiben auch noch das Layout übernommen“, berichtet die studierte Pädagogin. Dafür habe sie den Mehraufwand an Zeit und einen moderaten Preis zur umfangreichen Bewerbung des Buches nicht gescheut. Ihr wichtigste Antreiberin und Motivatorin entpuppte sich ihre elfjährige Tochter Ronja-Kaya. Diese habe sie bestärkt, die Geschichte zu vollenden und in Buchform erscheinen zu lassen. Nach rund dreijährigem Schreibprozess und sechsmonatigen Konfigurationsarbeiten am Computer erschien „Lettera“ Anfang Januar.

Die Erzählung um Kaya, ihren verschollenen Vater Blauauge, die dunkle Königin, ihre Schergen, den Wortfressern, und so manch andere Kreaturen erinnert in der Universalität des Stoffes und der lyrischen Intensität an Michael Endes „Unendliche Geschichte“ sowie Cornelia Funkes „Tintenherz-Trilogie“, vermag es dabei jedoch einen individuellen Stil zeitloser Verspieltheit, Neugierde und des Wunderns zu etablieren. „Das Leben ist so kurz. Wir haben nicht nur die Pflicht, es wertzuschätzen, sondern sollten auch versuchen, unsere Träume wahr werden zu lassen. Diese komische Welt braucht verdammt viel Fantasie“, so die alleinerziehende Mutter, die ihre Inspirationen auch auf zahlreichen Reisen fand.

Lindenthalerin arbeitete unter anderem bereits als Journalistin und Schauspielerin

So war sie bereits als Journalistin für ein Business-Magazin in Südafrika angestellt, lernte die philosophischen Lehren Indiens auf dem Subkontinent kennen, zog als Zirkuspädagogin von Lanzarote bis ins finnische Lappland, war als Theaterschauspielerin aktiv und arbeitete als Grundschullehrerin. Zurzeit ist die gebürtige Lindenthalerin als Bildungsreferentin im Leverkusener Naturgut Ophoven tätig und jobbt als Köchin. „Innerlich waren wir immer schon eine Zirkusfamilie mit unterschiedlichsten Interessen und einem gewissen Fernweh“, sagt Raphaela Nießen, die bereits am Nachfolgeband zu „Lettera“ schreibt. Raphaela Nießen liest am Samstag, 20. Mai, um 15.30 Uhr im „Schmitzundkunzt“, Richard-Wagner-Straße 8.


Das Buch „Lettera – Das letzte Wort“

Raphaela Nießen: Lettera – Das letzte Wort, Books on Demand Verlag, 396 Seiten, 15,99 Euro (E-Book: 10,99 Euro), empfohlen ab neun Jahren.

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