Paket-Ärger„Arbeitsverweigerung“ – Lindenthaler stehen tagelang vor verschlossenen Post-Türen

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Brandenburg an der Havel: Ein Schild mit dem Logo der Postbank ist an der Fassade einer Bankfiliale angebracht.

Die Postbank betreibt die Filiale in der Geibelstraße in Köln-Lindenthal (Symbolbild).

Post-Kunden in Sülz und Lindenthal haben sich über die Filiale in der Geibelstraße geärgert.

Viele Menschen in Lindenthal und den angrenzenden Veedeln haben in der vergangenen Woche versucht, in der Postbank-Filiale in der Geibelstraße ihre Bankgeschäfte abzuwickeln, Pakete abzugeben oder auch abzuholen. Allerdings vergeblich, denn Tag für Tag standen sie vor verschlossenen Türen.

Die Filiale in einer Nebenstraße der viel frequentierten Dürener Straße, die zur Postbank gehört, aber in der Mehrzahl für klassische Post-Dienstleistungen genutzt wird, war geschlossen. Und das, obwohl sie laut Auskunft von Google Maps von 9 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein sollte, am Samstag bis 13 Uhr. Jeden Tag aufs Neue hing dort ein Zettel, dass am aktuellen Datum geschlossen sei, ohne jedoch einen Hinweis auf die folgenden Tage zu geben, so dass einige Kundinnen und Kunden mehrmals hintereinander vergeblich kamen. Eine Begründung wurde nicht geliefert.

Post-Kunden in Köln-Lindenthal können Pakete nicht abholen

Ärgerlich war dies besonders für Kölnerinnen und Kölner, die der DHL-Bote nicht zuhause angetroffen und ihr Paket in der Geibelstraße hinterlegt hatte. Zu befürchten war, dass es inzwischen wieder an den Absender zurückgehen könnte.

Bei Google häuften sich entsprechend in den vergangenen Tagen die schlechten Rezensionen für die Post-Filiale Geibelstraße: „Ich versuche seit einer Woche, ein Paket abzuholen und finde es immer geschlossen. Was ist los?“, fragt jemand. „Heute geschlossen mit einem billigen Zettel drauf. Nichtleistung an einem Werktag. Wenn das so in der freien Wirtschaft gehandhabt würde, wäre diese Filiale längst geschlossen“, empört sich jemand anders. „Arbeitsverweigerung auf höchstem Niveau“, lautet eine andere Kritik. „Mich ärgert die völlige Intransparenz“, sagt ein Sülzer, der dreimal vor verschlossenen Türen stand, nachdem er die drei Kilometer in die Geibelstraße geradelt war.

7. März 2023: Die Postfiliale Geibelstraße in Köln-Lindenthal

7. März 2023: Die Postfiliale Geibelstraße in Köln-Lindenthal

Am Montag (7. März) war die Filiale dann wieder geöffnet. Entsprechend lang war auch die Schlange der Kundinnen und Kunden, die vor dem Eingang warteten.

Postbank entschuldigt sich für Schließung der Filiale in der Geibelstraße in Köln-Lindenthal

Auf Nachfrage dieser Zeitung heißt es am Montag bei der Postbank, das Team habe mit „kurzfristigen Personalausfällen durch Grippe und auch Corona“ gekämpft. Seit Mittwoch (1. März) habe trotz des Einsatzes von Springern und Kolleginnen und Kollegen aus benachbarten Filialen nicht geöffnet werden können. Bereits in den Tagen zuvor waren die Öffnungszeiten offenbar bereits auf den Vormittag verkürzt worden.

„Wir entschuldigen uns bei unseren Kundinnen und Kunden für alle Unannehmlichkeiten, die sie dadurch vorübergehend in Kauf nehmen müssen“, heißt es weiter. Man plane, auch in den kommenden Tagen regulär zu öffnen.

Post in Köln-Lindenthal verlängert Lagerfrist für Pakete und Päckchen

Die gute Nachricht: Bei Sendungen, die in der Filiale zur Abholung bereitlagen, habe man die Lagerfrist entsprechend verlängert. „Damit haben Kundinnen und Kunden genügend Zeit, ihre Sendung abzuholen“, schreibt Oliver Rittmaier, Mediensprecher der Postbank.

Im Übrigen könnten sich Kundinnen und Kunden normalerweise jederzeit über den Filialfinder im Internet über die Öffnungszeiten informieren. Vereinzelt sei auch dies jedoch bei kurzfristigen Ausfällen nicht möglich gewesen. Da sich ein Großteil der Kundinnen und Kunden inzwischen aber ohnehin über Google Maps oder andere Apps über Öffnungszeiten von Geschäften und Einrichtungen informiert, bringt der umständliche Filialfinder auf der Post- bzw. Postbank-Website wenig.

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