Abo

Parkplatznot in LindenthalDer rote Punkt soll die Rettung bringen

Lesezeit 3 Minuten
Die Herderstraße in Lindenthal ist zugeparkt.

Die Herderstraße in Lindenthal ist zugeparkt.

  • Wer im Viertel um die Herderstraße herum lebt, findet kaum einen freien Abstellplatz fürs Auto - Bald gilt auch hier Anwohnerparken

Köln-Lindenthal – Ein kleiner Fleck im Viertel lockt derzeit die auswärtigen Autofahrer an wie ein Topf Honig die Fliegen. Durch die Herder-, die Theresien-, die Franz- und die Wittgensteinstraße kurven sie auf der Jagd nach einem Parkplatz. Denn hier müssen sie noch kein Ticket ziehen, um ihr Fahrzeug abzustellen. Wer von auswärts kommt und in der Uniklinik oder an anderen Orten im Viertel arbeitet, spart so eine Menge Geld. Was für die Pendler ein großer Vorteil ist, hat einen ebenso großen Nachteil für Anwohner: Für sie bleiben oft keine Stellplätze übrig. Der Parkdruck im Viertel ist enorm.

Die Stadt möchte die Situation für die Viertelbewohner nun verbessern. „Gerade in dem Kerngebiet von Lindenthal Süd II wurden vermehrt Fremdparker festgestellt, die dazu beigetragen haben, dass sich die Parksituation für die Bewohner stark verschlechtert hat“, sagt Jürgen Müllenberg, Pressesprecher der Stadt. „Ab dem 28. Mai werden auch diese Straßen bewirtschaftet und Parkscheinautomaten aufgestellt.“ Somit wird das Parken im gesamten Bewohnerparkgebiet Lindenthal Süd II, das von der Dürener bis zur Zülpicher Straße und vom Lindenthalgürtel bis zur Universitätsstraße reicht, für alle Autofahrer, die dort nicht wohnen, kostenpflichtig sein.

„Berechtigtes Interesse der Bürger“

Bezirksvertreterin Christiane Rittner (CDU) ist vor einiger Zeit aus Pulheim nach Lindenthal gezogen und hält die Bewirtschaftung der Straßen in ihrem Viertel angesichts der Parkplatznot für richtig: „Es ist ja ein berechtigtes Interesse der Bürger, dass sie in der Nähe ihres Wohnortes einen Parkplatz finden.“

Der rote Punkt, der darauf hinweist, dass in einem Gebiet Anwohnerparken gilt, hat in Lindenthal längst Einzug gehalten. Zwischen Universitätsstraße, Aachener, Zülpicher Straße und Gürtel erstrecken sich vier Anwohnerparkgebiete. Ein entsprechender Aufkleber auf den Parkscheinautomaten weist darauf hin, dass nur solche Autofahrer, die nicht im Besitz eines Anwohnerparkausweises sind, ein Parkticket ziehen müssen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wer in dem bewirtschafteten Gebiet wohnt, erhält gegen die Gebühr von 30 Euro im Jahr einen dauerhaft gültigen Parkausweis, der allerdings keinen Parkplatz garantiert. Indem die Verwaltung nun auch das Anwohnerparken an den letzten bislang nicht bewirtschafteten Straßen einrichtet, setzt sie einen Beschluss der Bezirksvertretung Lindenthal um, den sie im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht hat.

Anwohnerparken geplant

Weil jedes Anwohnerparkgebiet, das neu entsteht, zur Folge hat, dass die auswärtigen Autofahrer in die angrenzenden Gebiete ausweichen und dort ihre Pkw abstellen, ist auch in den Nachbargebieten Anwohnerparken geplant. So soll zwischen dem bestehenden Bewohnerparkgebiet Lindenthal-Nord und dem Bewohnerparkgebiet in Ehrenfeld, das voraussichtlich Anfang kommenden Jahres eingerichtet wird, ein weiteres Gebiet mit dem Namen Lindenthal-Nord III (Piusstraße) entstehen. Es soll der Bezirksvertretung Lindenthal in den nächsten Monaten zur Beratung vorgelegt werden. Weil es relativ klein ist, soll es möglichst zügig und noch zeitgleich mit dem Bewohnerparken in Ehrenfeld an den Start gehen.

KStA abonnieren