Seit über zwei Wochen bleibt die Heizung in einem Haus in Weiden kalt. Ein Mieter ist verzweifelt – und fragt sich, wann endlich etwas passiert.
Heizung ausgefallenKälte zwingt Kölner Mieter zum Rückzug aus der eigenen Wohnung

Hans Wirtz hält ein Thermometer, das 13 Grad anzeigt. So kalt ist es in seinem Schlafzimmer.
Copyright: Hans Wirtz
Draußen ist es kalt, drinnen kaum wärmer. Während viele Menschen sich in diesen Tagen in ihre Wohnungen zurückziehen, hält es Hans Wirtz kaum noch in seiner Bleibe aus. In dem Mehrfamilienhaus an der Ostlandstraße in Köln-Weiden funktioniert die Heizung seit dem 23. Dezember nicht mehr.
Wenn der 64-Jährige morgens einen Fuß unter der Bettdecke hervorstreckt, zögert er. In seinem Schlafzimmer misst er maximal 13 Grad, im Wohnzimmer sind es 14 bis 15 Grad. „Wir verzweifeln langsam“, sagt Wirtz. Trotz selbst angeschaffter Elektroheizungen werde es in der Wohnung nicht wärmer als 16 oder 17 Grad. „Wir frieren!“
Ohne Wärme durch den Winter: Mieter warten seit Tagen
Die Situation belastet nicht nur ihn. Auch andere Mieterinnen und Mieter seien betroffen. „Eine Nachbarin ist wegen der Kälte jetzt zu Bekannten geflüchtet“, erzählt Wirtz. Er selbst verlässt seine Wohnung immer häufiger, schlendert durch Kaufhäuser oder geht abends früher ins Bett, um die Kälte auszuhalten.
Kontakt zur zuständigen Hausverwaltung Centuria hat Wirtz aufgenommen. Am Montag habe er „tatsächlich Antwort erhalten“, berichtet er. In dem Schreiben heißt es, es handele sich um ein größeres technisches Problem, eine Fachfirma sei beauftragt worden. Doch auch am Mittwoch sitzt Wirtz noch in seiner kalten Wohnung. Lediglich im Bad funktioniere die Heizung inzwischen wieder. „Seit 16 Tagen keine Heizung, das ist dermaßen unverschämt“, sagt der Mieter, der seit 2013 dort wohnt, wütend gegenüber EXPRESS.de.
Technischer Defekt hält Wohnhaus in der Kälte fest
Centuria weist die Kritik nicht grundsätzlich zurück. Geschäftsführerin Marion Vollmer erklärt, man nehme einen Heizungsausfall „speziell in dieser Jahreszeit sehr ernst“. Der Schaden sei jedoch ausgerechnet in der Weihnachtszeit aufgetreten. Ersatzteile seien schwer verfügbar gewesen, die Reparatur habe sich verzögert. Seit Montag laufe die Anlage wieder, einzelne Wohnungen müssten noch entlüftet werden. Der Dienstleister sei täglich vor Ort.
Doch bei den Mietern kommt davon offenbar wenig an. Wirtz berichtet von einem Nachbarn, der drei Monteure in der Tiefgarage getroffen habe. Diese seien wieder abgezogen – mit einer Erklärung, die für Kopfschütteln sorgt: Die Heizrohre im Haus seien zu dünn, deshalb komme keine Wärme an. „Fast musste ich darüber lachen“, sagt Wirtz. Doch zum Lachen ist ihm längst nicht mehr zumute. (iri)

