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Mariele Millowitsch im Interview„Viele zücken ungefragt ihre Handys und fotografieren - das mag ich nicht“

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Mariele Millowitsch steht seit 2008 als Marie Brand vor der Kamera.

Köln – Ans Aufhören denkt Mariele Millowitsch noch lange nicht. Seit 2008 steht die Kölnerin für die Krimiserie „Marie Brand“ vor der Kamera, gerade hat sie den 15. Fall abgedreht, der am 14. März um 20.15 Uhr im ZDF gezeigt wird.

„Darüber denke ich nicht nach“, sagt die 59-Jährige und schüttelt vehement mit dem Kopf. Mit Mariele Millowitsch in einem Hotelzimmer zu sitzen, fühlt sich ein bisschen so an, als wäre man in ihrem Wohnzimmer in der Südstadt. Sie trägt eine gemütliche Strickjacke, es gibt Getränke und Abschweifen ist, trotz des relativ kleinen Zeitfensters, ganz klar erlaubt. Da wird dann zwischendurch auch gerne mal über vergangenen Abiturstress („Ich habe Abitur gemacht, da gab es noch nicht dieses Punktesystem. Das war auch ganz gut so.“) oder Schnauzer-Terrier-Pudel-Mix Luigi gesprochen („Der sitzt während der Dreharbeiten öfter im Wohnwagen als ich.“). Er habe sogar ein eigenes Namensschild an der Tür, erzählt Millowitsch. Natürlich war der Mischling auch beim Dreh für „Marie Brand und der schöne Schein“ mit dabei.

„Wie ein Familientreffen“

In ihrem 15. Fall ermitteln die Kommissare Brand und Simmel (gespielt von Hinnerk Schönemann) im Umfeld des Kölner Rudervereins „Agrippina 1888“. Werner Brehm (Christoph Jacobi), erfolgreicher Finanzberater und engagierter Förderer des Vereins, wurde tot aufgefunden. Die Ermittlungen führen Brand und Simmel schließlich ins private Umfeld des Opfers. Denn Hanna (Elisa Schlott), Brehms Stieftochter, deutet einen Missbrauch durch ihren Stiefvater an. Infolgedessen lässt Marie Brand eine für sie ungewöhnliche Nähe zu dem Mädchen zu – und macht Fehler.

Auf die Drehtage für die Serie freut sich Millowitsch auch nach acht Jahren noch immer sehr. „Ich scharre vorher richtig mit den Hufen“, erzählt sie. „Es ist teilweise ein bisschen wie ein Familientreffen“. An ihrem Serien-Partner Schönemann schätzt sie vor allem sein Improvisationstalent. „Ich mag das sehr“, sagt Millowitsch. „Im Volkstheater meines Vaters bin ich durch eine gute Schule gegangen. Wenn ich ihm auf der Bühne nicht zugehört habe, war ich geliefert.“ Ob sich nun Routine eingeschlichen habe? „Klar, aber ohne Konzentration geht es trotzdem nicht. In den Pausen machen wir gerne mal Faxen. Das kann ich mir nicht überall erlauben.“

Dabei beobachtet zu werden, dürfte der Schauspielerin jedoch nicht gefallen. Ihre Privatsphäre ist Mariele Millowitsch sehr wichtig. „Manchmal stehe ich Samstagsabends vor der Lutherkirche und schaue den Leuten beim Tanzen zu. Die hotten richtig ab. Ich würde das auch gerne tun, aber viele zücken ungefragt ihre Handys und fotografieren mich. Das mag ich nicht.“ Auch deswegen zieht sich die Schauspielerin gerne in ihre Zweitwohnung im Oberbergischen zurück. „Da kann ich mit meiner Nachbarin ungestört Blödsinn machen, mit Karaoke und Luftgitarre.“ Bevorzugter Song? „Alles was scheußlich ist und ich mitgröhlen kann.“