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Herr der gelben GigantenKölner sammelt Caterpillar-Modelle – erstes Baufahrzeug seit Abizeiten

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Ein Mann mit Glatze und runder Brille trägt ein braunes Hemd und einen Schal. In seiner rechten Hand hält er ein Modell eines gelben Muldenkippers der Firma Caterpillar.

Hanspeter Zimmer mit seinem ersten Stück, einem Muldenkipper der 769er-Reihe, den er zu Abiturzeiten kaufte.

Hanspeter Zimmer hat in Köln eine beachtliche Sammlung von über 1200 Caterpillar-Baufahrzeugmodellen aufgebaut – und plant ein eigenes Museum.

Vom Kölner Gastwirt zum Herr der gelben Giganten: Hanspeter Zimmer hütet in Flittard einen beeindruckenden Schatz aus über 1200 Baufahrzeug-Modellen der Firma Caterpillar. Was einst mit einem Belohnungs-Fuffziger zur bestandenen Abiturprüfung begann, ist zu einer hochkarätigen Sammlung herangewachsen. Für seine Jagd nach seltenen Stücken nimmt der 72-Jährige weite Reisen auf sich – und plant, aus seiner Ausstellung ein Museum zu machen.

Viele Menschen in Flittard und angrenzenden Veedeln kennen Hanspeter Zimmer als langjährigen Wirt des Flittarder Hofs, 2019 machte er Schluss. Nicht allen dürfte bekannt sein, was er, der quasi zu jeder Zeit hinter dem Tresen stand, in seiner Freizeit trieb: „Wenn man so will, stelle ich das komplette Portfolio von Caterpillar dar“, sagt Zimmer. Planierraupen, Muldenkipper und Kräne stehen in seinen Vitrinen, ebenso Minenbagger, Walzen und Raupentraktoren.

Faszination für Caterpillar-Modelle seit der Schulzeit

Sein erstes Modell war der Blickfang im Schaufenster eines Spielwarengeschäfts in der Innenstadt: „Während der Abiturzeit war ich ein Streuner, mal kam ich zum Unterricht, mal nicht – und war in der Zeit von dem Modell fasziniert.“ Es war ein Schwerlast-Muldenkipper der 769er-Reihe im Maßstab 1:50, Zimmer besitzt ihn selbstverständlich noch heute. „Eigentlich waren diese Modelle gar nicht für den Verkauf bestimmt: Sie wurden damals entwickelt, weil die Firma Caterpillar Vorzeigemodelle für den Außendienst haben wollte – sie konnte ja nicht jedes Mal ihre großen Fahrzeuge mitbringen“, sagt er.

Caterpillar-Modellbaufahrzeuge stehen ausgeleuchtet in einer dunkelroten Vitrine.

Seine Schätze stellt der 72-Jährige in Vitrinen aus.

Zimmer, der sein Abitur am Dreikönigsgymnasium doch noch bestand, war fasziniert von dem Modell im Spielwarengeschäft. Und investierte die 50 Mark, die er von seiner Oma als Belohnung erhielt, in das erste Fahrzeug, das der Grundstein seiner umfassenden Sammlung werden sollte. „Die Leidenschaft kam dann von selbst“, meint Zimmer, der sein Inventar mittlerweile auf 1220 Exemplare schätzt. „Jedes Jahr kommen zehn dazu.“

Ständig neue Modelle und rare Einzelstücke

Denn der US-amerikanische Hersteller entwickle ständig neue Typen: „Wenn Caterpillar Schwerlastminenbagger verkaufen will, dann kaufen sie eine Firma, die die herstellt. So kommen jedes Jahr zehn bis 20 Modelle hinzu – da kann man sich ausrechnen, warum hier 1200 Stück stehen.“ Es gebe nur wenige Firmen, die die Modelle herstellten. „Die sind mein Hauptlieferant. Dann habe ich einen Freund aus Holland, der Stücke aus Messing herstellt. Er verkauft sie nicht, sondern veräußert sie über eine rumänische Firma, die aber keine Lizenz hat.“ Keine Original-Modelle zu besitzen, stört Caterpillar-Sammler wie Hanspeter Zimmer nicht – selbst gebaute Stücke seien umso wertvoller.

Modelle erhält der 72-Jährige auch von Spielzeug- oder Baumessen wie der alle drei Jahre stattfindenden Bauma in München. „Da werden sie wieder als Vorführmodelle präsentiert. Die Aussteller verschenken sie schon mal an uns Sammler, wenn man sie länger kennt.“ Der 72-Jährige hat sich ein Netzwerk aus Händlern und Tauschpartnern aufgebaut, er fährt in die Schweiz und fliegt in die USA, um besondere Stücke zu ergattern.

Manche seien heute gar nicht mehr erhältlich, etwa der Bucyrus Minenbagger, von dem Zimmer zwei besitzt. „Die waren beim Kauf 800 Euro wert, heute das Zehnfache. Manchmal lösen Leute das Erbe ihrer Eltern auf, ohne zu wissen, was die Stücke wert sind – da muss man den Markt beobachten und schnell sein“, erklärt er.

Menschen, die seine Sammlung sähen, seien sehr beeindruckt, so Zimmer. „Sie kennen mich als sorgfältigen Vermieter und Geschäftsmann und sind dann überrascht. Manche sagen, ich sei verrückt, aber das finde ich nicht angemessen – ein bisschen verrückt ist doch jeder.“ Zimmer plant, aus seiner Sammlung ein Museum zu machen, er investiert auch in Vitrinen und Beleuchtung. „Sammeln ist ein urmenschlicher Instinkt, man redet ja nicht umsonst von Jägern und Sammlern.“


Hanspeter Zimmer zeigt seine Sammlung Interessierten auf einer privaten Tour, Terminvereinbarung unter 0221/664647.