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Heimatklänge in der Kirche

3 min

Machen gemeinsame Sache: Die Erben mit der Kölsch Band Fiasko und Miljö-Frontmann Mike Weber an der Technik (3.v.r.)

Dünnwald – „Die Männerstimmen müssen noch etwas deutlicher rauskommen. Super. So ist gut. Und gleich noch mal“. Friedhelm Schorn feuert seinen Chor an. „Do bes die Siel in unserer Stadt“, singen „Die Erben“, ein gemischtes Ensemble aus Sülz. Schorn dirigiert mit Elan, achtet auf Intonation und Vokalfärbung. Klarer A-cappella-Sound klingt bis in den äußersten Winkel der St. Hermann-Joseph Kirche in Dünnwald. Denn dorthin hat die Kölsch Band Fiasko die Tonaufnahmen für ihre neue Single „Jot un Schäl“ verlegt. Vier Mikrofone nehmen den Klang der 30 Sänger auf. „Der Chor soll den letzten Refrain unterstützen, für Dramaturgie im Stück sorgen“, sagt Daniel Müller von Fiasko. Mike Kremer nickt und nimmt die Kopfhörer ab. Die Aufnahme war gut. Kremer, Frontmann von Miljö, produziert den neuen Song. Nicht für seine Band, sondern für die Kölschrocker von Fiasko.

Seit Jahren sind die beiden Bands befreundet, arbeiten öfter zusammen. Der Deal zu der neuesten Songproduktion kam so: „Die St. Hermann-Joseph ist unsere Heimatkirche, die wir schon öfter für Miljö-Konzerte und Video Drehs genutzt haben“, erzählt Kremer, der in Dünnwald und Höhenhaus aufgewachsen ist. So habe es nahe gelegen, die gute Akustik des Gotteshauses für die Tonaufnahme zu nutzen, sagt er.

Für Fiasko hat Kremer bisher alle Songs produziert, genau wie für seine eigene Band. Und Friedhelm Schorn arrangiert die Bläsersätze sowohl für die Begleitband des Chores, als auch für Fiasko und Miljö, bei denen er gelegentlich als Saxofonist auftritt. Der Text zu der neuen Fiasko-Single, die am 4. Januar 2019 veröffentlicht werden soll, stammt zu großen Teilen von Bassist Dirk Fussel. In dem kölschen Song geht es um die Seele der Stadt, die so viel zu erzählen hat. „In unserer Stadt, an unserem Strom, 1000 Jeschichte un eine Dom, stonn mer zesamme, sin anjekumme, weil uns Sproch dä Schlössel es“, heißt es gleich zu Beginn. Köln sei eine weltoffene Stadt, mit ihren Veedeln und vielen verschiedenen Kulturen. „Die Sprache ist das Entscheidende“, sagt Fussel. „Sie verbindet Menschen miteinander, schafft ein Wir-Gefühl. Das ist das, was wir mit unserem neuen Song erreichen wollen.“ Außerdem passe er perfekt zum neuen Karnevalsmotto „Uns Sproch es Heimat“, sagt Fiasko Frontmann Daniel Müller und verrät, dass der Text zu „Jot un Schäl“ bereits lange vor der Bekanntgabe des Sessionsmottos fertiggeschrieben war. Das einfühlsame neue Fiasko-Stück mit Hymnencharakter, soll auf dem zweiten Album erscheinen. „Das CD Release-Konzert dazu ist für den 18. Oktober 2019 im Gloria Theater geplant“, kündigt Gitarrist Henning Becker an.

„Die Erben“ bereiten sich derweil auf ihren großen Auftritt zur WDR Produktion „Der beste Chor im Westen“ vor. Dort haben sie es bis ins Viertelfinale geschafft. Der Sendetermin des Vorentscheids ist am Freitag, 23. November, 20.15 Uhr im WDR Fernsehen.

Songtext von Fiasko

Dirk Fussel, Bassist