Papiertheater Köln-MülheimPuppenspieler braucht neuen Spielort

Peter Schauerte-Lüke wollte mit seinem Papiertheater an der Buchheimer Straße 24 auftreten – doch daraus wird nun nichts.
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Mülheim – An der Buchheimer Straße 24 wird es kein Papiertheater geben. In das Gebäude, das bis in die 1970er Jahre als Kino und zuletzt als Drogerie-Filiale genutzt wurde, wollte Peter Schauerte-Lüke mit seinem Papiertheater einziehen. Außerdem war ein Theater- und Festsaal mit etwa 300 Sitzplätzen im Gespräch. Doch nun ist die Zusammenarbeit von Schauerte-Lüke und Hauseigentümer Jens Dellhofen gescheitert. Kürzlich habe Dellhofen ihm mitgeteilt, dass er sich einen anderen Spielort suchen müsse, so Schauerte-Lüke.
Bereits im Vorfeld hatte es Probleme gegeben: Die Verwaltung hatte signalisiert, dass aufgrund fehlender Parkplätze auf dem Grundstück eine hohe Stellplatz-Ablösesumme fällig werden könnte. Im Raum standen Gebühren von 150 000 Euro. Das war Dellhofen, der sich bereit erklärt hatte, die Umbaukosten zu tragen, zu viel gewesen. Der ursprünglich anvisierte Zeitplan für die Sanierung des leer stehenden Objektes mit seiner wechselvollen Geschichte war schon vor Monaten ins Wanken geraten.
Zuletzt hatte es im Dezember ein Vorab-Gespräch im Amt für Wirtschaftsförderung gegeben. Dort habe Dellhofen bereits „deutlich heraushängen lassen, dass er keine Lust hat“, sagt Schauerte-Lüke. Er habe Bedenken geäußert, eine Bauvoranfrage zu stellen. Aber erst damit wäre das Vorhaben und die Frage, ob die Stellplatzablöse tatsächlich hätte gezahlt werden müssen, geprüft worden.
Der 62-jährige Theatermann ist verärgert darüber, dass der Hauseigentümer ihn so lange habe warten lassen: „Er hat mich eineinhalb Jahre am langen Arm verhungern lassen“, schimpft Schauerte-Lüke. Dellhofen hätte ihm früher mitteilen müssen, dass ihm das Projekt zu aufwendig sei.
Kein belastbares Konzept
Michael Rosenbaum, Leiter des Büros Wirtschaft für Mülheim, nahm ebenfalls an dem Gespräch im Dezember teil. Er sieht Versäumnisse auf beiden Seiten. Sowohl Schauerte-Lüke als auch Dellhofen hätten viel Zeit verstreichen lassen. Schauerte-Lüke etwa habe kein belastbares Konzept vorgelegt, wie er an der Buchheimer Straße seine Miete zahlen wolle: „Das Projekt befand sich in einem Schwebezustand“, sagt Rosenbaum. Jens Dellhofen bestätigte auf Anfrage, dass die Zusammenarbeit mit Schauerte-Lüke gescheitert ist. Dies sei bedauerlich. Zu den Gründen wollte er sich allerdings nicht äußern.
Schauerte-Lükes Zukunft ist ungewiss. Zuletzt hatte er seine Stücke, bei denen er winzige Papierfiguren auf kleinen Bühnen auftreten lässt, im Lutherturm aufgeführt. Dort könne er nur bis Ende Februar spielen. Nachdem die Pläne für die Buchheimer Straße geplatzt sind, sucht er nun erneut nach einer dauerhaften Bleibe.
