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Wohnungsbau in der BaumwollbleichereiWerkhallen-Charme bleibt erhalten

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Aus Geschäftigkeit in der Bleicherei der 50er Jahre,...

Holweide – Die alte Baumwollbleicherei an der Kochwiesenstraße füllte sich für einen Abend mit Leben wie zu alten Zeiten. Mehr als 200 Holweider waren gekommen, um sich über das Vorhaben zu informieren, auf dem seit 2008 brachliegenden Gelände Wohnungen zu bauen. Ein Architektenteam um Peter Girzalsky stellte seine Entwürfe vor.

Die Bauherren sehen vor, auf dem 24 500 Quadratmeter großen Gelände 36 Lofts und 62 Appartements in den ehemaligen Werkshallen sowie etwa 80 Wohnungen in Neubauten zu errichten. Dabei sollen die historischen Gebäude erhalten bleiben. Grünflächen mit Spielplätzen runden das Ensemble ab. Ein Café mit angrenzendem Platz, Büros für Freiberufler und eine Tiefgarage mit 280 Stellplätzen sind ebenfalls vorgesehen.

Ob wohl eine Abrissgenehmigung für das ganze Gelände vorliegt, wollen die Planer möglichst alle bestehenden Gebäude erhalten. „Damit bekommt das Gelände ein einzigartiges Gesicht“, sagt Girzalsky. So blieben beispielsweise die Backsteinfassaden unverändert und auch die Neubauten würden dem angepasst. Gleichzeitig können für die Räume im Innern spannende Grundrisse entworfen werden. Kernstück der Anlage soll aber eine Kindertagesstätte sein, die als erste in eine der Werkhallen einzieht. „Was gibt es Besseres als eine Kita in einem solchen Gebäude?“ so Girzalsky. Das sei auch für junge Familien attraktiv, die hier einziehen könnten.

Mit dem Bau der Einrichtung an dieser Stelle fällt die geplante Kita im benachbarten Baugebiet zwischen der Ferdinand-Stücker-Straße und Kochwiesenstraße weg. „Wir haben sie bereits aus dem Bebauungsplan-Entwurf Kochwiesenstraße gestrichen“, bestätigt Elke Müssigmann vom Stadtplanungsamt, die ebenfalls zur Präsentation gekommen war.

Der Vorsitzende der Bürgervereinigung, Günter Kühler, ermahnt allerdings die Planer und die Stadtverwaltung: „Bei so vielen Wohnungen muss ein schlüssiges Verkehrskonzept her.“ Wenn das nicht komme, könnten sich die Befürchtungen vieler Anwohner bewahrheiten: Mehr Stau, Lärm und Stress. Mit den 52 Einzel- und Reihenhäusern in der Kochwiesenstraße entstünden etwa 232 neue Wohneinheiten. Das sieht auch Gerti Heußner von der Interessengemeinschaft Grünes Holweide ähnlich: „Wir haben die IG ja gegründet, weil wir diese Sorgen teilen. Und für uns sind die nach wie vor nicht ausgeräumt.“

Die Beteiligten rechnen mit einem Baubeginn noch in diesem Jahr. Müssigmann: „Das Projekt bedarf keines Bebauungsplans.“