„Neue Mitte“Sparkasse Köln-Bonn unterstützt Vision von Architekt Paul Böhm für Kölner Innenstadt

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Ulrich Voigt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Köln-Bonn (links) und Architekt Paul Böhm sitzen an einem Tisch und sprechen über ihre Visionen für Köln.

Ulrich Voigt (l.) und Architekt Paul Böhm

Architekt Paul Böhm bekommt Zuspruch von Sparkassen-Vorstand Ulrich Voigt: Spende von 100.000 Euro übergeben.

Der Verein „Neue Mitte Köln“ ist seiner Umsetzungsstudie für ein Stadtentwicklungskonzept näher. Die Sparkasse Köln-Bonn spendete 100.000 Euro. Vorstandsvorsitzender Ulrich Voigt sagt: „Wir sind als Sparkasse Köln-Bonn dafür, die Stadt weiterzudenken und weiterzuentwickeln.“ Das Konzept von Architekt Paul Böhm und Kollegen sei eine Möglichkeit, Diskussion in der Stadt anzuregen. „Wo will man hin?“, sollen sich Politik und Bürger fragen – und zwar langfristig.

Böhms Idee beinhaltet eine Ausweitung der Innenstadt in die rechtsrheinischen Bezirke. Ein zentrales Bauvorhaben ist die Verlegung des Fernbahnhofs nach Kalk. Da ist er optimistisch: Sollte die Rhein-Ruhr-Region tatsächlich die Olympischen Spiele 2040 ausrichten, wie es derzeit diskutiert wird, könnte Köln den neuen Bahnhof laut seinem Plan dann stehen haben.

Verein „Neue Mitte Köln“ lässt Machbarkeit ihres Konzept über zwei Jahre prüfen

Das Konzept will zudem den Grüngürtel rechtsrheinisch fortführen. Der nötige Platz für die neuen Park- und Erholungsräume will Böhm durch Tunnel schaffen. Der Fernbahnhof in Kalk wäre dann unterirdisch zu finden, auch der Nahverkehr und der nach Westen aus dem Hauptbahnhof läuft im Konzept durch Tunnel, ebenso die S-Bahnen am Hansaring.

„Wir wollen ganzheitlich denken“, sagt Böhm. „Wir müssen nicht den Verkehr ins Auge fassen, sondern seine Ursachen: Wir wollen Strukturen schaffen, dass die Autos gar nicht mehr in die Innenstadt müssen.“ Die Sparkasse finanziert mit ihrem Teil den Baustein der Untersuchung, der die Auswirkungen des Konzepts auf die Ökologie beinhaltet. Fahren Züge wegen des verlagerten Bahnhofs und neuer Tunnel nicht mehr über die Hohenzollernbrücke, wird auch sie in Böhms Vorstellung zu einer Grünanlage über dem Rhein mit Rad- und Fußweg statt Zuggleisen.

Paul Böhm plant zahlreiche neue Tunnel für Köln

In Kölner Stadtrat steht nach dem Sommer bereits die Entscheidung über die ober- oder unterirdische Ost-West-Achse an. Allein die Frage nach nur einem Tunnel beschäftigt Köln seit Jahren und gibt einen Vorgeschmack, in welchen Dimensionen die „Neue Mitte Köln“ geplant ist. „Ich denke in Jahrzehnten“, sagt Böhm. Er wolle eine lebenswerte Stadt für die Zukunft schaffen. Ob die Ideen überhaupt umsetzbar wären, soll zunächst die Studie prüfen. 

1,4 Millionen kostet sie den Verein insgesamt. Böhm rechnet damit, die Studie Ende des Jahres auszuschreiben, bis dahin will er ihre Finanzierung gesichert haben. Ihm sei bis jetzt die Hälfte des Betrages gespendet oder zugesagt worden. Bis Ende September will Böhm eine 15-köpfige Jury aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft zusammenstellen. Sie soll aus den internationalen Beratungsgesellschaften einen Anbieter auswählen, der die Studie erstellt. In zwei Jahren will der Architekt sich mit den Ergebnissen an die Politik in Köln wenden: „Ich will überzeugen, dass es sinnvoll und notwendig ist, solche Schritte zu betrachten.“

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