Abschied von Pfarrer Helmut StrobelEin Mann der deutlichen Worte

Würdevoller Augenblick in St. Engelbert: Helmut Strobel (Mitte) feiert mit der Gemeinde seine letzte Eucharistie als aktiver Pfarrer.
Copyright: Schöneck Lizenz
Riehl – Kein Platz war mehr zu bekommen in der komplett gefüllten Kirche St. Engelbert am Riehler Gürtel. Viele Besucher mussten sich mit einem Stehplatz an der Wand oder im Kirchen-Vorraum begnügen, als Pfarrer Helmut Strobel seine letzte Heilige Messe feierte. Als er das Abendmahl zelebrierte, war ihm deutlich anzumerken, dass es ein besonderer Moment für ihn war – er schien die Zeremonie intensiv auszukosten. „Die Kommunion reichen wir diesmal sowohl vorne am Altar sowie am Mitteltisch im Gang“, kündigte er angesichts des hohen Besucherzuspruches an.
23 Jahre Dienst für die Gemeinde
Aus gesundheitlichen Gründen hatte sich Strobel vor wenigen Monaten entschlossen, nach 23 Jahren seinen Dienst in der Pfarrgemeinde St. Engelbert und St. Bonifatius zu beenden. Seit 20 Jahren war er zudem als Dechant Leiter des Dekanates Nippes mit vier angeschlossenen Pfarreien, die sich über den gesamten Stadtbezirk Nippes plus Lindweiler erstrecken; seit 1999 war er im Zuge der Pfarrgemeinden-Zusammenlegung auch in der Nippeser Kirche St. Bonifatius tätig. Nun verabschiedete sich die Gemeinde bei einem festlichen Gottesdienst sowie einem anschließenden Empfang im Kellergewölbe der Kirche von ihrem langjährigen Leiter. „Es ist für uns ein sehr trauriger Anlass, dennoch wollen wir heute den Abschied feiern – und wir haben allen Grund zu feiern“, so Uta Heinz vom Pfarrgemeinderat in ihrem Grußwort, mit dem sie ausführlich an Strobels Wirken erinnerte. „Fair, großzügig und zuvorkommend“, so habe eine Mitarbeiterin der Pfarrei einmal den 63-Jährigen charakterisiert, der die „Dinge stets mit deutlichen Worten benannt und mit eigenen Erfahrungen kommentiert“ habe.
Für die Ökumene eingesetzt
In besonders hohem Maße habe er sich für die Ökumene und das gleichberechtigte Wirken von Frauen in der Seelsorge eingesetzt, darüber hinaus den Altar und die Bänke im Kirchenraum von St. Engelbert stimmungsvoll neu angeordnet – und mit Hilfe von Patenschaften ebenfalls die Orgel-Restaurierung gestemmt. Auch Uwe Rescheleit, evangelischer Pfarrer in der Stephanuskirche, lobte die ungewöhnlich gute ökumenische Zusammenarbeit in Riehl. „Seine Devise war immer, dass es an Ostern nur eine Kirche gebe“ – aber auch über die hohen Festtage hinaus pflegten die beiden Gemeinden einen regen Austausch.Als Erinnerung überreichte ihm die Gemeinde ein neues Priestergewand, für das vorher gesammelt worden war – und die Menschen spendeten nach einem „Viel Glück und viel Segen“-Ständchen auch „Standing Ovations“ für den Geistlichen. „Auch ich habe nur mit Wasser gekocht“, ermutigte dieser bescheiden seinen Nachfolger Stefan Klinkenberg.
